Briefe an einen Neubekehrten (09)

Online seit dem 21.02.2010, Bibelstellen: Psalm 119,105

Dein Reiseführer

Lieber gläubiger Freund,

Es gibt vier Dinge, die als Hilfsmittel für junge und alte Christen von großem praktischen Nutzen sind: das Wort Gottes, das Gebet, die Gemeinschaft mit Christen und der Dienst für den Herrn. Der Geist Gottes wird dich sicher leiten, sie sehr fleißig zu gebrauchen.

Zuallererst also das Wort Gottes. Lies deine Bibel und lies sie gut. Mache sie zum mit Abstand ersten Buch deiner Bibliothek. Du wirst andere hilfreiche Bücher finden, besonders solche, die dich zur Bibel zurückführen. Dulde jedoch nicht, dass sie das Wort Gottes in deinem Lesen verdrängen.

Wir leben in Tagen großen Unglaubens. Und eine seiner größten Bollwerke ist Gleichgültigkeit gegenüber der Schrift (vgl. Mt 22,29). Wir wollen uns deshalb mit einer guten und gebetsreichen Vertrautheit mit diesem Buch bewaffnen. Von einem sehr gebildeten Mann, der ungläubig war, wird berichtet, dass sein Arzt ihm mitteilte, er habe eine unheilbare Krankheit, die langsam aber sicher zum Tod führen würde. Das weckte ich ihm das Verlangen, ernsthaft den Anspruch der Bibel zu untersuchen, die Offenbarung Gottes zu sein. Er ging zu einem gläubigen Bekannten und fragte ihn, welche Bücher er am besten lesen sollte, um sich ein Bild von den Vorzügen der Bibel zu machen. Die lakonische Antwort war: „Die Bibel.“ Verwundert wiederholte er seine Frage, bekam aber die gleiche Antwort und dazu den Rat, vorne anzufangen und immer weiter zu lesen. Er befolgte den Rat und war noch nicht mit den fünf Büchern Mose fertig, als er zu der Überzeugung kam, dass ihr Ursprung göttlich sein musste und sich schließlich zu Gott bekehrte.

Ja, wenn es einen Königsweg gibt, die Bibel zu verstehen, dann ist es das Lesen der Bibel selbst; unter Gebet und in Abhängigkeit von den Belehrungen des Heiligen Geistes.

Lies fortlaufend. Spring nicht von hier nach da. Und habe keine Lieblingsstellen, die du immer wieder liest, wobei du andere vernachlässigst.

Lies im Zusammenhang. Nicht so schnell, dass du nicht mehr darüber nachdenken kannst, was du gelesen hast, aber ausreichend schnell, um den Verlauf eines ganzen Abschnitts oder Gedankens zu erfassen, und um einen Überblick über das Ganze zu bekommen.

Untersuche die Schriften ebenso, wie du sie liest. Du wirst in deinem Leben oft an Punkte kommen, wo du den Willen Gottes suchen musst. Manchmal wirst du einen Abschnitt finden, der genau auf den Problem passt, manchmal auch nicht. Dann musst du nach einem von Gott gegebenen Grundsatz suchen, der auf deinen Fall zutrifft und Licht auf deinen Weg fallen lässt. Die Bibel ist vorrangig ein Buch der Grundsätze. Tu es wie die Beröer, die „täglich die Schriften untersuchten, ob dies sich also verhielte“ (Apg 17,11).

Pflege auch die Gewohnheit, fleißig über die Schriften nachzusinnen. Zu einer guten Ernährung gehört nicht nur das Essen, sondern auch die Verdauung. Der Ochse muss nicht nur auf frischer Weide grasen, sondern auch wiederkäuen. Lass uns deshalb nicht nur lesen und suchen und dadurch Informationen sammeln, sondern es danach immer wieder in unseren Gedanken erwägen, damit es wirklich den Weg in unsere Herzen findet. Dann wirst du Gedeihen haben. Zu Timotheus sagte Paulus: „Bedenke dieses sorgfältig; lebe darin, damit deine Fortschritte allen offenbar seien“ (1. Tim 4,15).

F.B. Hole