Psalm 22 (1)

Online seit dem 05.11.2011, Bibelstellen: Psalm 22,1-22

Jesus wurde ... unserer Übertretungen wegen hingegeben (Rö 4,25).

Bei welcher Gelegenheit oder in welcher Periode seines Lebens David diesen Psalm gedichtet hat, wissen wir nicht. Es sind schreckliche Klagen, die er äußert. Wir wissen auch nicht, ob er etwas verstanden oder vermutet hat von der Bedeutung, die seine Worte später bekommen würden.

Die erste Zeile seines eigentlichen Liedes macht klar, dass dieser Psalm mehr ist als ein poetischer Ausdruck der Gefühle Davids. Wir finden diese Zeile auch im Neuen Testament aus dem Mund des Herrn Jesus. Er ruft diese Worte während der drei Stunden der Finsternis aus.

Wir lesen hier also ein Klagelied des Herrn Jesus selbst. Gott hat die Dichterkunst Davids gebraucht, um uns etwas von den Gefühlen des Herrn Jesus während seines Leidens am Kreuz wissen zu lassen.

Er war allein, ganz allein. Sogar seine besten Freunde hatten Ihn verlassen. Aber das Schrecklichste war, dass Gott Ihn in den drei Stunden der Finsternis verließ. Der Herr Jesus hat das kommen sehen. Während die Menschen Ihn verspotteten und Er den Schmerz der Dornenkrone spürte und noch mehr das Hängen an den Nägeln, da wusste Er, dass Gott selbst Ihn verlassen würde. In dem Moment, als Er Ihn am nötigsten hatte.

„Warum hast du mich verlassen?", rief der Herr. In diesen drei Stunden trug der Herr unsere Sünden. Und Er wurde zur Sünde gemacht. Darum wurde Er von Gott verlassen. Doch schließlich hören wir den Jubelschrei. Das Leiden ist vollständig beendet. Gottes Heiligkeit wurde Genüge getan. Wir sind frei, weil Er, der Herr Jesus, getan hat, was niemand anders tun konnte!