Betrachtung Psalm 119 (9)

Online seit dem 17.09.2012, Bibelstellen: Psalm 119,15-16

Vers 15: Über deine Vorschriften will ich sinnen und Acht haben auf deine Pfade.

Die Schrift versteht man durch geistliche Weisheit. In unserem Abschnitt wird gesagt: „Ich sinne.“ Dieses Verb wird hier in den Psalmen das erste Mal erwähnt, in denen es acht Mal vorkommt. In Lukas 2,51 wird gesagt, dass Maria „alle diese Worte in ihrem Herzen bewahrte“. Dieses Beispiel findet seine Anwendung für uns, wenn wir im Herzen über die Belehrungen des Wortes nachdenken: „Das Sinnen meines Herzens soll Einsicht sein“ (Psalm 49,4).

Vers 15 schließt die vorhergehende Betrachtung. Über was soll man sinnen? Über das Wort Gottes. Was soll man betrachten? Die Wege Gottes. Der Prophet Jeremia formuliert es genauer, wenn es um „die alten Wege“ geht. Glücklich sind die, die diesen Wegen folgen, indem sie sich an die Führer erinnern, die darauf gegangen sind.

Vers 16: An deinen Satzungen habe ich meine Wonne; dein Wort werde ich nicht vergessen.

Diese Aussage schließt das Gebet des „Ältesten“. Erfüllt sie nicht alle die mit Beschämung, die sich kirchliche Titel aneignen und das Wort Gottes vergessen?

Die Gefahr, das Wort zu vergessen, liegt auch uns sehr nahe. Wenn man sich einredet, dass die Bibel nur für den Einzelnen das Wort Gottes wird, der es annimmt und daran glaubt, dann hat sich für sie der theologisch liberale Weg angebahnt. Das ganze Wort ist das Wort Gottes (1. Thessalonicher 2,13); ob der Einzelne es annimmt oder ablehnt, ändert nichts an seiner Autorität, an seinem ewigen Wert, an seiner vollständigen Inspiration. Das Wort Gottes ist die göttliche Absolutheit, aus Gnade den Menschen gegeben. Gott spricht in und durch sein geschriebenes Wort. Auf diese Weise reinigt das Wort die Seele.

Wie wichtig ist es, sich das zu merken, was wir gelesen haben; das ist der Fall bei denen, die das Wort in ihrem Herzen verwahrt haben (V. 11). Wenn wir von dem Wort genährt werden, wird der Heilige Geist uns an einen solchen passenden Abschnitt in unseren Lebensumständen erinnern. Der geistliche Gläubige spürt das Bedürfnis, das Wort jeden Tag zu lesen und zu erforschen.

[Übersetzt aus dem Französischen]

M. Roy und Filipczak