Betrachtung Psalm 119 (12)

Online seit dem 23.09.2012, Bibelstellen: Psalm 119,18-19

 

Vers 18: Öffne meine Augen, damit ich Wunder schaue in deinem Gesetz!

Der Diener muss geöffnete Augen haben, nicht um die Fehler seiner Brüder zu sehen, sondern um die Wunder des Wortes Gottes zu erleben. Das ist der Gegenstand seines Gebets. Der wiedergeborene Mensch darf sich nicht auf das menschliche Wissen verlassen, um die Wunder im Wort Gottes zu sehen, sondern er vertraut dem, der die Augen der Blinden öffnet. Der Apostel Paulus betete, dass der Vater der Herrlichkeit den Gläubigen der Versammlung in Ephesus den Geist der Weisheit und der Offenbarung gebe: „Damit der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst, damit ihr, erleuchtet an den Augen eures Herzens, wisst, welches die Hoffnung seiner Berufung ist, welches der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und welches die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden" (Epheser 1,17-19). Um das Wort gewinnbringend zu betrachten, lasst uns nicht dieses Gebet vergessen: „Öffne meine Augen.“

Vers 19: Ein Fremder bin ich im Land, verbirg deine Gebote nicht vor mir!

Das Gebet von Vers 18 macht uns bewusst, von der Welt getrennt zu sein. Bei unserer neuen Geburt sind unsere Augen geöffnet worden, und wir haben verstanden, dass der Herr uns in eine Atmosphäre gebracht hatte, in der die Welt keine Anrechte hat. In Vers 19 ist sich der Diener vollkommen bewusst, ein Fremdling hier unten zu sein. Aber dort, wo alles im Widerspruch zum Werk Gottes steht, hört der Treue nicht auf, die Erkenntnis der göttlichen Gebote zu verlangen. Die Wunder des göttlichen Gesetzes (V. 18) und die Gebote Gottes (V. 19) lassen uns verstehen, dass unsere Position auf der Erde als Fremdlinge nichts mit denen gemein hat, die zweifeln, die sich auflehnen und die sich in der Gesellschaft anpassen. Der Prophet Daniel, im fortgeschrittenen Alter, ein Ausländer in Medien, kniete drei Mal am Tag nieder, die Blicke nach Jerusalem gerichtet. Die Wohnung der Herrlichkeit seines Gottes erfüllte sein Herz, denn der Herr hatte gesagt: „Meine Augen und mein Herz sollen dort sein alle Tage“ (1. Könige 9,3). Wir sollen eine Lehre aus dem Ausharren seines Glaubens ziehen, auf den Gott wunderbar geantwortet hat.

Als Fremdling auf der Erde richtet der Gläubige in Christus seine Zuneigung nach der himmlischen Heimat, denn er sucht die Gedanken Gottes, besitzend die vor ihm liegende Hoffnung der Herrlichkeit mit Christus in der ewigen Ruhe. Nichts ist vor der demütigen und abhängigen Seele verborgen, die den Schleier durchdrungen hat und mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeiten des Herrn bewundert.

Wir sind nicht in der Stellung in dieser Welt, vor das Gericht zu gehen. Wir sollen uns hier unten nach den Geboten Gottes richten.

 

M. Roy und Filipczak