Betrachtung Psalm 119 (13)

Online seit dem 25.09.2012, Bibelstellen: Psalm 119,20-22

Vers 20: Zermalmt ist meine Seele vor Verlangen nach deinen Rechten zu aller Zeit.

Die Seele drückt den tiefen Wunsch nach dem Wort Gottes und seinem Willen aus. Maria, die zu den Füßen des Herrn Jesus saß, um sein Wort zu hören, hatte das gute Teil erwählt, das ihr nicht genommen werden wird (Lukas 10,39 bis 42).

Wenn wir uns für die Interessen Gottes einsetzen, bewirkt das diesen brennenden Wunsch, seine Rechte zu halten; und das oft in Leiden und Tränen. Als Mose vom Berg herunterstieg, wurde er von einem Zorn für Gott erfüllt und zerbrach die Tafeln des Gesetzes. Die Leviten wurden von demselben Geist für die Reinigung des Lagers geprägt. Esra und Nehemia haben im 9. Kapitel ihrer Bücher diesen Bruch bei der Demütigung zur Reinigung des Volkes erlebt.

Vers 21: Gescholten hast du die Übermütigen, die Verfluchten, die abirren von deinen Geboten.

„Stolz geht dem Sturz, und Hochmut dem Fall voraus" (Sprüche 16,18). Gott sagt in Sprüche 8,13: „Stolz und Hochmut hasse ich." Der Stolz, der dem natürlichen Menschen eigen ist, zieht den Fluch auf sich: „Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist." Die gerechte Regierung Gottes wird im Gericht alle die Bösen erwarten, die ungehorsam gewesen waren und die die in den Heiligen Schriften von Gott erwiesene Gnade abgelehnt haben.

Vers 22: Wälze von mir Hohn und Verachtung! Denn deine Zeugnisse habe ich bewahrt.

„Alle aber auch, die gottselig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden" (2. Timotheus 3,12). Es ist eine Herzensentscheidung notwendig, um sich für den durch die Schrift bezeichneten Weg einzusetzen, auch wenn unsere Hilfsquellen in Christus Jesus sind.
Im 8. Kapitel des Buches Esther hat Mordokai die Schande und Verachtung erlebt, die durch die unverhoffte Hand Gottes auf ihn kamen. In Hebräer 12,2 hat unser Herr „die Schande nicht geachtet", d. h. wegen der Freude, die vor ihm lag, nichts darum gegeben: „Gott hat ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen ist (Philipper 2,9). Viele Gläubige sind in der Zeit der Kirche durch Schande und Verachtung gegangen, und viele tun es noch heute, aber davon werden sie am Tag der Thronbesteigung Christi in Herrlichkeit befreit werden (Offenbarung 3,9): „... euch, die ihr bedrängt werdet, Ruhe mit uns zu geben bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her, mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer, wenn er Vergeltung gibt denen, die Gott nicht kennen, und denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorchen; die Strafe erleiden werden, ewiges Verderben vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke, wenn er kommt, um an jenem Tag verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert zu werden in allen denen, die geglaubt haben" (2. Thessalonicher 1,7 bis 10).

M. Roy und Filipczak