Betrachtung Psalm 119 (37)

Online seit dem 09.11.2012, Bibelstellen: Psalm 119,65-66

Tet

Grundthemen: 

Unschätzbarer Wert des Wortes zu aller Zeit.
Betrübnis bewirkt Frucht.
Der Diener möchte belehrt werden, um die Gedanken Gottes erkennen zu können.

Verse 65 - 72

Vers 65: Du hast Gutes getan an deinem Knecht, HERR, nach deinem Wort.

In den Strophen 9 und 10, Tet und Jod, scheint es sich um die gleiche Erfahrung zu handeln, denn der Psalmist spricht darin von vorhergegangener Betrübnis: „Bevor ich gedemütigt wurde, irrte ich; jetzt aber halte ich dein Wort" (V. 67), und: „Du (hast) mich gedemütigt (...) in Treue" (V. 75).

Diese beiden Strophen drücken die Dankbarkeit des Dieners aus. Gott hat ihm geantwortet, darum sagt er in Vers 65: „Du hast Gutes getan an deinem Knecht, HERR, nach deinem Wort." Gott ist unfehlbar in seinen Verheißungen; das Vertrauen, das wir in ihn setzen, kann nicht enttäuscht werden. Es kann geschehen, dass vor der Befreiung Übungen des Herzens auftreten, aber Gott antwortet immer auf den Glauben und kann die geschwächte Seele ermuntern und im Ausharren stärken.

Vers 66: Gute Einsicht und Erkenntnis lehre mich; denn ich habe deinen Geboten geglaubt.

„Belehre mich." Die Bitte eines Herzens, das die Gedanken Gottes für seinen Wandel verstehen möchte. Er genießt das Gute, das Gott seiner Seele gegeben hat, und möchte daher ein gutes Empfinden und Erkenntnis für den Willen Gottes in seiner Lage bekommen. Wir sollen nicht im Zustand eines kleinen Kindes bleiben, sondern wachsen in der Erkenntnis Gottes und zur Stellung von bewährten Menschen gelangen, „die infolge der Gewöhnung geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten sowohl als auch des Bösen" (Hebräer 5,14). Aber richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das Ende des Verses: „Ich habe deinen Geboten geglaubt." Römer 10,17 drückt es so aus: „Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort." Der Glaube ruht nicht auf der menschlichen Weisheit, sondern auf der Kraft Gottes. Die Aufnahme des Wortes Gottes muss im Glauben erfolgen und in dem Geist und der Kraft zum Ausdruck gebracht werden.

 

M. Roy und Filipczak