Betrachtung Psalm 119 (40)

Online seit dem 15.11.2012, Bibelstellen: Psalm 119,75-77

Vers 75: Ich weiß, HERR, dass deine Gerichte Gerechtigkeit sind und dass du mich gedemütigt hast in Treue.

Als Mose das Volk zum verheißenen Land geführt hatte, begegnete er vielen Schwierigkeiten. Dennoch legt er ein Zeugnis ab von der Treue Gottes: „Der Fels: Vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht. Ein Gott der Treue ist er“ (5. Mose 32,4). Der Apostel Paulus, als Gefangener in Rom und mit Ketten gebunden, schreibt an die Philipper: „Ich habe gelernt, worin ich bin, mich zu begnügen“. Er sagt weiter: „Ich weiß“. Die persönliche Erfahrung der Treue Gottes in den Gefahren des Lebens führt zur Urteilsfähigkeit. Der Glaube kann also durch die Erfahrung die Gedanken Gottes erkennen. „Meine Umstände sind mehr zur Förderung des Evangeliums geraten“ (Philipper 1,12).

Vers 76: Lass doch deine Güte mir zum Trost sein, nach deiner Zusage an deinen Knecht!

„In Ewigkeit wird die Güte gebaut werden“ (Psalm 89,3). In Psalm 94 geht der Treue, der in der Erwartung steht, dass sich die Gerechtigkeit auf der Erde ausbreiten wird, durch tiefe Trübsal, aber sein Glaube ist fest in Gott gegründet, der errettet: „Wenn ich sagte: „Mein Fuß wankt“, so unterstützte mich deine Güte, HERR ... deine Tröstungen erfüllten meine Seele mit Wonne (V. 18 – 19). Ist die Güte Gottes nicht der Trost des Gläubigen im Gegensatz zu dem Ungläubigen, der die Reichen wegen ihrer Güte verachtet? Wenn das Wort Gottes das Herz erfüllt, ist Christus immer die Güte, der Reichtum und der Trost des Glaubens.

Vers 77: Lass deine Erbarmungen über mich kommen, so werde ich leben; denn dein Gesetz ist meine Wonne.

Unser Herr sagt in Psalm 40: „Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust; und dein Gesetz ist im Innern meines Herzens ... Du, HERR, halte deine Erbarmungen nicht von mir zurück; deine Güte und deine Wahrheit lass beständig mich behüten“ (V. 9 und 12). „Wie ein Vater sich über die Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten“ (Psalm 103,13). Nehemia wurde in einer Zeit, wo alles in Trümmern lag, zu denen gezählt, die den Herrn fürchten als Anerkennung seines Auftrags, den er zur Herrlichkeit Gottes tat. Auch er bittet: „Mein Gott, verschone mich nach der Größe deiner Güte“ (Nehemia 13,22).

M. Roy und Filipczak