Betrachtung Psalm 119 (42)

Online seit dem 19.11.2012, Bibelstellen: Psalm 119,81-82

Kapitel 5
Das Gebet des Bedrückten
Kaph
Der Bedrückte, gekräftigt durch das Wort und inmitten tiefer Hilflosigkeit, sucht in ihm Trost.
Verse 81 bis 88

Vers 81: Meine Seele schmachtet nach deiner Rettung, ich harre auf dein Wort.

Die Bekehrung des Dieners und seine Dankbarkeit bedeuten nicht, dass es auf dem Weg zukünftig auch keine Probleme mehr geben wird. Nun, nach seiner Bekehrung, schmachtet die Seele des Psalmisten nach der Rettung Gottes, nämlich nach der endgültigen Errettung, seine Augen harren, sein Herz sucht Trost, sein Körper ist gebrochen, sein Ruf ist geschädigt durch die Übermütigen und Verfolger, und sein Leben ist in Todesgefahr. Das wird das Teil des jüdischen Überrestes sein, der durch die große Drangsalszeit gehen wird, aber es ist ebenfalls das Teil des christlichen Überrestes. Die Offenbarung fasst diesen Zeitabschnitt mit einem kurzen Ausdruck zusammen: „Denn du hast eine kleine Kraft" (Offenbarung 3,8). In den göttlichen Wegen für uns gehen die Leiden der Herrlichkeit voraus. In der ganzen Schrift, von 1. Mose bis zur Offenbarung, sehen wir, dass die Leiden unter der souveränen Hand Gottes notwendig sind, um uns für den Thron vorzubereiten: „Das Wort ist gewiss ... wenn wir ausharren, so werden wir auch mitherrschen" (2. Timotheus 2,11.12).

Inmitten der Leiden ist das Wort Gottes allein die Hilfe für die Seele, denn es ist ein Fels, auf den sich der Glaube stützen kann inmitten des Sturmes, der den Gerechten umgibt. Er muss nun ausharren, seine Seele mit Geduld nähren. Aber er erwartet eine Person: seinen Herrn.

Vers 82: Meine Augen schmachten nach deiner Zusage, indem ich spreche: Wann wirst du mich trösten?

„Meine Augen schmachten." Die innere Traurigkeit zeigt sich durch Tränen. In Psalm 102,10 kann der Herr sagen: „Meinen Trank vermische ich mit Tränen." Kein Gläubiger wird jemals das „Baka-Tal" kennenlernen oder die Tränen, wie der Herr sie gekannt hat. Bevor er die Seinen verließ, hatte er den Vater gebeten, der uns einen anderen Tröster gegeben hat: „Der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht" (Johannes 15,26). Durch ihn ist Gott für uns in unserer Angelegenheit und kommt uns zur Hilfe. In Vers 81 schmachtet die Seele nach der Errettung, hier nach dem Wort, das den Trost bringt.

 

M. Roy und Filipczak