Betrachtung Psalm 119 (48)

Online seit dem 01.12.2012, Bibelstellen: Psalm 119,94

Vers 94: Ich bin dein, rette mich, denn ich habe nach deinen Vorschriften getrachtet.

Woher hat der Psalmist diese Sicherheit aus Vers 94? Die Aussage, dass er zu Gott gehört, ist keineswegs etwas Geheimnisvolles, sondern mit Hilfe von Vers 89, wo es um das Wort ging, kann er hier sagen, dass sein Leben mit Gott verbunden ist. In der Strophe Lamed ist alles fest und unveränderlich: das Wort Gottes (Vers 89), die Treue Gottes (V. 90), die erschaffenen Dinge (V. 91). Auch die Sicherheit des Psalmisten lässt sich an diesen stabilen und unveränderlichen Dingen messen. Hier sind die Früchte des Glaubens sichtbar, wie W. Kelly gesagt hat: „nach dem Willen Gottes ist den Gläubigen ihr Glauben zur Heilssicherheit gegeben. Nun ist es aber so, dass das Verständnis für diese Wahrheit, oder anders gesagt, die Notwendigkeit des neuen Lebens, bevor Christus da war nicht gegeben, auch wenn sie im Innern immer bewusst war. Zur Zeit des Alten Testaments blieb sie noch unausgesprochen, anstatt ausdrücklich gelehrt zu werden. Wir sehen sie dort in verschiedenen Personen, oder in Form moralischer Grundsätze - wie es in Vers 94 unseres Psalms der Fall ist -; aber hier finden wir noch keine Andeutung auf eine neue Schöpfung" (La doctrine du Nouveau Testament sur le Saint Esprit, Seite 9).

Der Glaube ist nun an die Zusagen Gottes gebunden, die wir in den Schriften finden. Wenn wir inmitten der Kämpfe und der Schwierigkeiten des Lebens damit beschäftigt sind zu sagen „Ich bin dein", wird unsere Glaubenssicherheit befestigt. Dieser Vers spricht von der persönlichen Erfahrung, wenn der Herr seinen Vielgeliebten in der Not zur Hilfe kommt. Als der Jünger Petrus über den See ging, um zum Herrn zu kommen, sah den Wind und wandte seinen Blick von Jesus ab; er bekam Angst und schrie: „Herr, rette mich!" Die Rettung ließ nicht auf sich warten, aber der Herr musste ihm seinen kleinen Glauben vorhalten.

Der Gläubige braucht jeden Tag die Kraft des helfenden Gottes, die ihn bewahrt, führt und von dem Bösen dieser Welt errettet. Wenn er sein Wort bewahrt, kann er auf Gott vertrauen.

M. Roy und Filipczak