Betrachtung Psalm 119 (64)

Online seit dem 11.05.2013, Bibelstellen: Psalm 119,127-128

Vers 127: Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und gediegenes Gold.

Das „darum" in Vers 127 bezieht sich auf den brennenden Wunsch, Einsicht zu bekommen (V. 125), und auf die Feststellung, dass die Übermütigen das göttliche Gesetz gebrochen haben (V. 126). Da er Einsicht von seinem Gott bekommen hat, werden dem Psalmisten die Machenschaften der Übermütigen klar. Einsicht in die göttlichen Dinge führt dazu, alles nach den Maßstäben Gottes zu beurteilen. Aber die Liebe muss das Wesen unserer Beurteilungen und unseres Dienstes sein. Das ist hier das geistliche Kennzeichen des Dieners, den Gott gebraucht: die heilige Lehre mehr zu lieben als alle Reichtümer der Erde.

Kann man außerdem nicht auch von Vers 127 entnehmen, dass das in seiner Reinheit verkündete Evangelium einen Diener niemals an Gütern dieser Erde reich machen wird? Vergessen wir nicht, das das Gold in den Kleidern der babylonischen Hure zu finden war (Offenbarung 17,4).

Vers 128: Darum halte ich alle deine Vorschriften in allem für recht; jeden Lügenpfad hasse ich.

Nun geht es dem Mensch Gottes um die göttlichen Vorschriften. Er hält sie alle für recht, das bedeutet, dass es für ihn nichts Gewundenes in der Schrift gibt. Die Liebe zum das Wort Gottes beinhaltet notwendigerweise auch den Hass auf „jeden Lügenpfad“. Schon Mose besang die Gerechtigkeit und das Recht Gottes: „Ein Gott der Treue ... gerecht und gerade ist er“ (5. Mose 32,4).

Die Redeweise unter der Gnade über die göttlichen Vorschriften unterscheidet sich nicht von der aus dem alten Bund. Darum bestätigt der Apostel Paulus das Lied Moses und das Gebet des Psalmisten und sagt zu den Korinthern: „alles aber von Gott“ (1. Korinther 11,12). Wie sehr entspricht das der Natur, wie wir in den einzelnen Lebensumständen handeln sollen, dem Leben in der Familie und in der Versammlung. Daher sollte die in 1. Korinther 11,2-16 aufgestellte moralische Ordnung nicht zu Problemen unter den Brüdern führen, die nach dem Wort zusammenkommen. Diese göttliche Ordnung zu verachten, bedeutet, den zu verachten, der sie aufgestellt; der Apostel Paulus sagt in Vers 16, dass, „wenn es aber jemand für gut hält, streitsüchtig zu sein, so haben wir solch eine Gewohnheit nicht, noch die Versammlungen Gottes“.

 

M. Roy und Filipczak