Betrachtung Psalm 119 (70)

Online seit dem 25.05.2013, Bibelstellen: Psalm 119,39-41

Vers 139: Verzehrt hat mich dein Eifer, denn meine Bedränger haben deine Worte vergessen.

Als unser Herr in den Tempel eintrat, sagte er: „Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus!“ (Johannes 2,16) – in Anlehnung an Vers 10 aus Psalm 69: „Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt.“ Es ist gut, für das Gute eifrig zu sein, das ist die Frucht einer echten Zuneigung zu Gott. Angesichts der Unehre, die Gott entgegengebracht wird durch das Böse, das in der Welt, in der wir leben, immer weiter zunimmt, wird der Glaube, der weit davon entfernt ist, in der Ausübung der Gottesfurcht zu erschlaffen, durch den Eifer noch mehr gefestigt. „... Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns von aller Gesetzlosigkeit loskaufte und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken“ (Titus 2,14).

Vers 140: Wohlgeläutert ist dein Wort, und dein Knecht hat es lieb.

„Die Worte des Herrn sind reine Worte – Silber, das geläutert im Schmelztiegel zur Erde fließt, siebenmal gereinigt“, das heißt ohne Schlacken (Psalm 12,7). Das Wort Gottes ist die reine Quelle, an der die Seele in der Wüste, was die Welt aus jedem Blickwinkel aus ist, ihren Durst stillen kann. Das Kind Gottes, das sich an das Wort hält, spürt die göttlichen Auswirkungen davon in seinem Herzen. Wenn man das Wort liebt, liebt man auch Gott und die, die aus ihm hervorgegangen sind.

Vers 141: Gering bin ich und verachtet; deine Vorschriften habe ich nicht vergessen.

Jesaja, der Prophet, sagte durch den Geist geleitet von unserem Herrn in Kapitel 53 seines Buches: „(Er) hatte kein Aussehen, dass wir ihn begehrt hätten. Er war verachtet und verlassen von den Menschen“ (V. 2.3). Der treue Knecht steht nie über seinem Herrn; aber er soll sein wie sein Herr, erniedrigt und verachtet. Der Apostel Paulus, der Nachahmer seines Herrn, sagt in 1. Korinther 4,13: „Wie der Kehricht der Welt sind wir geworden, ein Abschaum aller bis jetzt.“ Das Ansehen der Welt hatte für ihn wenig Bedeutung. Man braucht Glauben und Geduld in der Hoffnung, um fest zu bleiben und um die Schande und Verachtung der Menschen zu ertragen. „Der Ehre geht Demut voraus“ (Sprüche 15,33). Wenn die Bedränger ihre Herzen auch vor den Worten Gottes verschlossen haben (V. 139), der Gläubige vergisst sie nicht im praktischen Leben. Er lebt nach dem lebendigen und beständigen Wort Gottes.

 

M. Roy und Filipczak