Betrachtung Psalm 119 (74)

Online seit dem 29.06.2013, Bibelstellen: Psalm 119,150-152

Vers 150: Genähert haben sich die, die bösen Plänen nachjagen; fern sind sie von deinem Gesetz.

Wenn die bösen Menschen sich dem Gerechten nähern, geschieht das niemals mit guten Absichten. Die Pharisäer, Sadduzäer und die Herodianer näherten sich Jesus, um ihn zum Straucheln zu bringen, aber das führte nur zu ihrer eigenen Verwirrung. Sie alle waren Instrumente der Hand Satans. Weit entfernt von dem Wort Gottes, der Quelle des Lichts, waren sie versunken in dichter Finsternis.

Vers 151: Du bist nahe, Herr; und alle deine Gebote sind Wahrheit.

„Der Herr ist nahe. Seid um nichts besorgt“ (Philipper 4,6). Der Apostel Paulus, der mit Ketten gebunden in Rom lag, wendet sich hier an seine geliebten Philipper, die für das Evangelium des Christus litten. Kurz vor seinen Leiden als Märtyrer schreibt er an Timotheus: „Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Predigt vollbracht würde und alle die aus den Nationen hören möchten; und ich bin gerettet worden aus dem Rachen des Löwen“ (2. Timotheus 4,17).

Vers 152: Von alters her habe ich aus deinen Zeugnissen gewusst, dass du sie gegründet hast auf ewig.

Der Glaube des vollkommenen Menschen Gottes ist verankert in den Zeugnissen Gottes, die ihm schon in jungen Jahren gegeben worden sind – „von alters her“ –, das bedeutet, dass der Psalmist nicht abgewichen ist, nicht Schiffbruch in seinem Glauben erlitten hat.

Bei unserer Betrachtung haben wir nicht den literarischen Aufbau des 119. Psalms beachtet. Wir wissen, dass die hebräische Poesie sachlich aufgebaut ist und dass darin Sätze aus schon bestehenden Parallelstellen verwendet werden. Diese Sätze werden parallel genannt wegen der regelmäßigen Wiederholung des Kerngedankens, der Ähnlichkeit oder der Widersprüchlichkeit von zwei Gedanken, von zwei Bildern, die nebeneinandergestellt werden.

Seit Beginn der Strophe Gimel (V. 17) befinden wir uns in einer Antithese, das bedeutet, einer Gegenüberstellung von Dingen, wie die unumstrittene Trennung zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen dem Psalmisten, der das Wort liebt und den Hinterhältigen, die es ablehnen (V. 158). Diese Antithese läuft konstant durch den ganzen Psalm. Auch tun wir gut daran, uns davon inspirieren zu lassen, um die Trennung von allen denen aufrechtzuerhalten, die nicht an die ganze Inspiration der ganzen Schrift glauben; die absichtlich den Sinn dessen verdrehen, was Gott für immer aufgestellt hat; die das Wort mit ihren Theorien der hohen Kritik auseinandernehmen; die behaupten, dass die Wörter keine göttliche Inspiration seien; die es wagen zu bestätigen, dass die Nachricht weiterhin aus dem Sinn der Wörter herausgefunden werden muss. Alle diese Verneinungen sind deutliche Anzeichen auf die kommende Apostasie. Die wahre Trennung der Kirche ist das Werk des Herrn selbst, der die Seinen um sich sammelt. In der Glaubenserfahrung hat der vollkommene Mensch Gottes die Wahrheit aller Worte Gottes erprobt. Ja, die Ratschläge Gottes sind lange nicht veraltet, sie sind Zuverlässigkeit und Wahrheit. Unser Herr hat gesagt: „Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen“ (Matthäus 24,35).

 

M. Roy und Filipczak