Die Wurzel des Baumes – die Natur des Menschen (07)

Online seit dem 24.04.2014, Bibelstellen: Römer 5,18

Eine neue Stellung – die Rechtfertigung des Lebens.

Diese Stellung ist jenseits von Verdammnis, und die Verdammnis muss durchschritten werden, um diese Stellung in Gerechtigkeit zu erlangen. Wir sind richterlich beiseitegestellt in dem Kreuz Christi, wo Gott die „Sünde im Fleisch verurteilte“. Im Kreuz des Sohnes Gottes zeigte Gott den Zustand des Menschen. Das Kreuz war nicht eine Verbesserung des Zustands des Menschen. Das Kreuz, in der Person des Stellvertreters, war die Vollstreckung des göttlichen Urteils gegen den Menschen unter Verdammnis. Die schwarze Flagge auf den Gefängnismauern zeugt nicht von der Bewährung des Übeltäters, es ist auch kein Zeichen der Besserung des Übeltäters, es ist die Stimme des Gesetzes des Landes, die verkündet, dass der Zustand des Gefangenen derart schlecht ist, dass er hingerichtet werden musste.1

Wir bringt uns Gott nun in Gnade aus diesem schrecklichen Zustand heraus? Wir behandelt Gott in Gnade die Frage der Stellung des Menschen gemäß seiner eigenen Gerechtigkeit? Er verleiht dem Menschen seine Gabe der Gerechtigkeit – das ist Rechtfertigung. Von Natur aus unter dem Gericht und persönlich vieler Übertretungen schuldig, versetzt Gott uns in eine Stellung richterlicher Gerechtigkeit vor Ihm selbst. Kraft des Todes Christi hält Gott seine Gerechtigkeit aufrecht und rechtfertigt durch Gnade solche, die an Jesus glauben. Nun sind wir gesegnet auf der Grundlage der Gerechtigkeit.

Außerdem führt Gott, nachdem Er die Sünde im Fleisch durch das Kreuz Christi verurteilt hat, solche, die glauben, in einen Zustand des Lebens jenseits von Verdammnis ein. Und das wird Rechtfertigung des Lebens genannt. Eine vollbrachte Gerechtigkeit ist durch den Tod Christi bewirkt worden. Sie lebten in der Sünde. Christus hat durch seinen Tod für sie geantwortet in Gerechtigkeit. Und nun hat Gott sie in eine Stellung „in Christus“ gebracht, der von den Toten auferstanden ist.

Der Begriff „Rechtfertigung des Lebens“ ist abstrakt und schwierig zu verstehen. Wenn Gott von unserer Rechtfertigung in Bezug auf unsere Sünden spricht, dann sagt Er, dass wir gerechtfertigt sind durch das Blut Christi (Rö 5,9). Wenn Gott von unserer Rechtfertigung in Bezug auf unsere Stellung vor Ihm spricht, dann stellt Er uns vor, dass wir im Leben mit Christus, dem aus den Toten Auferstandenen, verbunden sind.

Das Kreuz ist jeder Forderung, die die göttliche Gerechtigkeit gegen uns hatte, begegnet. Und als von Gott Gerechtfertigte sind wir nach dem Maß seiner Gerechtigkeit von jeder Forderung befreit. Richterlich entspricht die Stellung des Gläubigen vor Gott also Gottes eigenem Maßstab der Gerechtigkeit, und der Gläubige selbst ist „in Christus“, der nie mehr stirbt.

Damit ist klar, dass dies nicht der wiedergewonnene Zustand der Unschuld oder eine Verbesserung der gefallenen Natur ist. Es ist keine Vermischung der zwei Flüsse. Beide sind völlig verschieden voneinander. Der eine entspringt Adam – aus der Unschuld gefallen und dem Tod unterworfen –, der andere entspringt Christus, der durch den Tod gegangen ist und der jetzt lebt und nie mehr sterben wird. Die Unschuld war abhängig vom Gehorsam eines schwachen Menschen – und ging verloren. Jetzt ist der gefallene Zustand des Menschen von Gott verurteilt und für immer beiseitegesetzt worden. Rechtfertigung des Lebens ist die gegenwärtige Stellung des Gläubigen, und er hat sie, weil Christus, der an seiner Statt gerichtet wurde, jetzt lebt, um nie mehr zu sterben.

Beachten wir, wie Gott unsere alte Stellung unserer neuen gegenüberstellt, in die seine Gnade jeden Glaubenden bringt:

Das Urteil war von einem zur VERDAMMNIS. Durch eine Übertretung gegen alle zur VERDAMMNIS.

Die Gnadengabe von vielen Übertretungen zur RECHTFERTIGUNG. Durch eine Gerechtigkeit gegen alle Menschen zur RECHTFERTIGUNG des Lebens.

Einerseits ist die Stellung des Menschen nicht in Ordnung, aber andererseits ist auch seine Natur im Widerspruch zu Gott.

1Im 19.Jahrhundert wurden offenbar in manchen englischen Gefängnissen schwarze Flaggen gehisst, wenn ein Gefangener hingerichtet wurde [Anm. d. Üb.]

H. Forbes Witherby