Allezeit guten Mutes (04)

Online seit dem 14.08.2015, Bibelstellen: 2. Korinther 5,2-10

Wir sind guten Mutes im Hinblick auf das Kommen des Herrn

Der Herr ist nahe. Sein Kommen ist sicherer als der Tod, denn „wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden.“ Wie werden wir ihm begegnen? Diese Männer des Glaubens wünschten sich nicht den Tod: „wiewohl wir nicht entkleidet … werden möchten“. Ihre Hoffnung war die erste Auferstehung und das Kommen des Herrn, wenn sie „überkleidet“ werden würden. Dann würde das Sterbliche verschlungen werden von dem Leben. Denn wie die aufgehende Sonne die Dunkelheit nicht nur vertreibt, sondern sie mit ihren Strahlen verschlingt, so wird unser Herr bei seinem Kommen nicht nur unsere Ängste und Sorgen verscheuchen, sondern alles in uns, was Gebrechlichkeit, Sünde, oder körperliche und geistliche Schwachheit betrifft, wird für ewig vorbei sein.

Wenn wir sein Kommen betrachten, das Anbrechen des Auferstehungsmorgens, das Lied der Freude beim erwachenden Licht, die Reinheit und den Frieden des herannahenden Sonnenaufgangs, ja wenn wir ihn selbst anschauen wie er ist, sollten wir da nicht ausrufen, dass wir nun, weil Gott uns für jenen Tag bereitet hat, „allezeit guten Mutes“ sind?

Wir sind guten Mutes angesichts des Richterstuhls Christi

Wir wollen über den Tod hinausblicken, über das Kommen des Herrn und die Herrlichkeit der Auferstehung, über jene Stunde, wenn die Seinen in sein Bild verwandelt werden, hinein in die Heimat droben. Wir wollen auf den Richterstuhl Christi hinblicken. Dort werden unsere Werke offenbar werden; dort wird die Kreatur von Angesicht zu Angesicht vor dem makellosen Licht stehen. „Wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit ein jeder empfange, was er in dem Leib getan, nach dem er gehandelt hat, es sei Gutes oder Böses“ (2. Kor 5,10). Aber die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Dem Richterstuhl können wir ruhig entgegensehen.

Sollte der Gläubige seinen Körper ablegen bevor der Herr kommt, dann wir sich sein Geist zu dem Herrn aufschwingen: „ausheimisch von dem Leib und einheimisch bei dem Herrn“. Und wenn der Herr kommt, wird der Leib als verherrlichter Leib von den Toten auferweckt, das Verwesliche wird Unverweslichkeit angezogen haben, und dann wir der erlöste Geist mit seinem verherrlichten Leib wiedervereinigt werden. Sollte der Gläubige jedoch noch auf der Erde leben, wenn der Herr kommt, dann wir der Herr seinen sterblichen Leib verwandeln und ihm einen verherrlichten Leib geben, und so wird das Sterbliche Unsterblichkeit anziehen. Somit werden alle, ob auferweckt oder verwandelt, dem Herrn bei seinem Kommen in verherrlichten Leibern begegnen. Wir werden daher in bereits verherrlichten Leibern, in Gleichförmigkeit mit dem Herrlichkeitsleib Christi, „vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden“. Dieser Richterstuhl sollte nicht mit dem großen weißen Thron verwechselt werden, von dem wir in Offenbarung 20,11–15 lesen. Dieses Gericht wird am Ende der Weltgeschichte stattfinden, nachdem die Erde selbst entflohen ist. An jenem Gerichtstag werden die auferstehen, die bei dem Kommen des Herrn nicht auferweckt oder verwandelt wurden. „Die übrigen der Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung!“ Wir dürfen also sogar hinblicken zu dem Richterstuhl des Christus und mit heiliger Kühnheit sagen: „So sind wir nun allezeit guten Mutes.“

H. Forbes Witherby