Ist dem Herrn eine Sache zu wunderbar?

Online seit dem 01.01.2016, Bibelstellen: Psalm 139,14; Ri 13,19; Ps 119,129; Jes 28,29; Ps 139,6; Ps 17,7; Mt 21,42

Wir haben mit einem Gott zu tun, für den keine Sache zu wunderbar ist. Was Er sagt und was Er tut, ist wunderbar und führt uns immer wieder zur Bewunderung und Anbetung. Im Folgenden wollen wir uns mit einigen Wundertaten und Wundergaben Gottes beschäftigen:

1. Wunderbare Werke (Ps 139,14)

Hast du schon einmal über die wunderbaren und vielfältigen Schöpfungswerke Gottes nachgedacht? Sie sind wirklich zu zahlreich, um sie alle aufzuzählen (vgl. Ps 40,6). Doch man muss nicht nach großen und eindrucksvollen Dingen Ausschau halten, auch wenn Gott uns seine Größe von Zeit zu Zeit in besonderer Weise vor Augen führt. Nein, auch die kleinen und unscheinbaren Wunderwerke der Natur vor unserer Haustür sollen uns wieder vermehrt ins Staunen versetzen.

Ist es nicht faszinierend, den Wechsel der Jahreszeiten in der Natur mitzuverfolgen? Oder den Sternenhimmel bei klarer Nacht zu beobachten? Ist das komplexe Zusammenspiel der Gestirne nicht einzigartig? Sie alle bewegen sich auf festgelegten Bahnen, ohne außer Kontrolle zu geraten – von unsichtbarer Hand gesteuert. Und ist der Regenbogen nicht der deutlichste Beweis dafür, dass Gott die Schöpfung trotz der Unmoral und Gewalttat des Menschen in seiner Gnade aufrechterhält? In der Tat ein Wunderwerk Gottes! Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Doch eines steht fest: Es lohnt sich noch immer, mit offenen Augen durch die (Schöpfungs-)Welt zu gehen und Gott darin zu bewundern.

In Psalm 139 finden wir, wie David dahin geführt wird, Gott zu preisen, als er darüber nachdenkt, auf welch erstaunliche, ausgezeichnete Weise Gott ihn selbst gemacht hat (Ps 139,14). Es wird ihm bewusst, dass Gott jedes Organ seines Körpers auf wunderbare Weise gebildet hat. Nichts blieb dabei dem Zufall überlassen. Gott hat ihn ganz nach seinem Willen „entworfen“. Und das gilt nicht nur für David. Es ist wahr von jedem Menschen, auch von dir und mir.

2. Wunderbares Handeln (Ri 13,19; Jes 29,14)

Nicht nur die Werke Gottes, auch sein Tun ist wunderbar – sei es in Bezug auf einzelne Menschen, sei es in Bezug auf ganze Völker oder sei es in Bezug auf die Zukunft dieser Erde. Stets ist es zu seiner Verherrlichung. Denken wir nur an die Wege, die Er mit seinem irdischen Volk Israel ging und noch gehen wird! Oder an die herrliche Zukunft der Versammlung! Wird nicht alles zu seiner Verherrlichung ausschlagen? Doch was immer Er mit uns Menschen oder mit dieser Erde tut, es gründet sich auf das, was Er mit seinem geliebten Sohn am Kreuz tat. Dort musste der Gerechte für uns, die Ungerechten, leiden (vgl. 1. Pet 3,18). Dort musste Er, der Sünde nicht kannte, für uns zur Sünde gemacht werden (vgl. 2. Kor 5,21). Gerade dort handelte Gott auf wunderbare Weise.

Bist du dir bewusst, dass Gott auch für dein Leben einen Plan hat? Einen Weg, den Er nur mit dir geht? Auch dein Leben soll ja zu seiner Ehre und zu deinem Segen sein, auch wenn es für dich vielleicht manchmal gar nicht so aussieht. Doch wenn du Ihm die Führung überlässt, wird Er auch in deinem Leben wunderbar handeln.

3. Wunderbare Zeugnisse (Ps 119,129)

Gott, der ein unzugängliches Licht bewohnt (vgl. 1. Tim 6,16), hat sich in seinem Wort auf wunderbare Weise offenbart. Er benutzte dazu Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Berufen. Doch das Gesamtbild, das sie zeichnen, kann harmonischer nicht sein. (K)ein Wunder, war es doch der göttliche Schreiber, der ihnen die Worte, die sie niederschrieben, in die Feder eingab. Hast du schon einmal über die Harmonie und Ausgewogenheit der göttlichen Wahrheiten nachgedacht? Wenn wir auch manchmal Widersprüche zu entdecken meinen, so sind sie nur auf unser begrenztes Verständnis zurückzuführen. Gottes Wort widerspricht sich nie. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch anmutet, spiegelt beim genaueren Hinsehen die göttliche Harmonie des Wortes Gottes wider.

Die Zeugnisse Gottes ergeben ein wunderbares Bild gesunder Worte (vgl. 2. Tim 1,13), die eine Person zum Zentralthema haben: die Person unseres Herrn Jesus Christus. Er ist es, von dem die Schriften zeugen (vgl. Joh 5,39). Er ist das ewige Wort, durch das sich Gott auf vollkommene Weise ausgedrückt hat (vgl. Joh 1,1-3.14). Es lohnt sich, Ihm und seiner Herrlichkeit in seinem Wort nachzuspüren! Gerade das Alte Testament zeugt mit seinen Bildern wie Stiftshütte, Opfer oder auch Personen in besonderer Weise von Ihm. Wenn wir uns (aufs Neue) mit Ihm in seinem Wort beschäftigen, werden wir mit Sicherheit über die wunderbaren Zeugnisse Gottes staunen!

4. Wunderbarer Rat (Jes 28,29)

Gott ist wunderbar in seinem Rat und groß an Verstand. Er ist der vollkommene Berater (vgl. Jes 9,5). Inmitten der Ratlosigkeit dieser Welt gibt es einen, der stets guten Rat zu geben weiß: unser Gott. Wie viele bittere Erfahrungen könnten wir uns ersparen, würden wir stets Rat bei Ihm einholen! Er wartet darauf. Er möchte, dass auch du Rat bei Ihm suchst, wenn du ratlos bist. In Jesaja 45,11 spricht Gott: „Über das Zukünftige fragt mich; meine Kinder und das Werk meiner Hände lasst mir anbefohlen sein!“ Lasst uns gegenseitig ermuntern, (wieder) vermehrt Rat bei Ihm zu suchen! Er wird uns nicht enttäuschen.

5. Wunderbare Kenntnis (Ps 139,6)

David konnte es kaum fassen, dass Gott ihn durch und durch kannte und vertraut war mit seinen Gedanken, seinen Wegen und seinen Worten. Als David darüber nachdachte, musste Er sagen: „Kenntnis, zu wunderbar für mich, zu hoch: Ich vermag sie nicht zu erfassen!“ Ist es nicht eine wunderbare Kenntnis, sich ganz und gar von Gott gekannt zu wissen, keine Geheimnisse vor Ihm zu haben?

Doch schon allein das Vorrecht, Gott zu kennen, ist unermesslich groß. Hast du Ihm heute schon dafür gedankt? Viele Menschen suchen verzweifelt nach der „wahren Religion“, nach dem wahren Gott, doch sind oft dermaßen in Irrlehren verstrickt, dass sie sich aus eigener Kraft nicht mehr daraus befreien können. Ist es nicht reine Gnade, dass Gott gerade dir und mir die Augen geöffnet hat, um Ihn zu erkennen?

6. Wunderbare Gütigkeiten (Ps 17,7)

Unser Gott ist ein guter Gott, der es gut mit seinen Kindern meint. Es ist allein seinen Gütigkeiten zu verdanken, dass wir noch nicht aufgerieben sind (vgl. Kgl 3,22).

Wie oft ist seine Gnade tätig für uns! Oftmals eilt sie voraus und bewahrt uns vor Bösem oder Gefahren, die uns nicht einmal bewusst sind. Und selbst wenn Er uns in seiner Liebe manchmal Leid zufügen muss, so gibt er uns gleichzeitig die nötige Kraft, um es zu ertragen. Und es gehört auch zu seinen Gütigkeiten, dass es den meisten von uns äußerlich so gut geht, dass wir in einem Land leben, in dem Ruhe und Ordnung herrschen und wo das Evangelium frei verkündigt werden kann. Der Herr will uns die Augen öffnen für all das Gute, das wir täglich aus seiner Hand entgegennehmen, um Ihm bewusster dafür zu danken!

7. Wunderbare Person (Mt 21,42; Mk 12,11)

„Wunderbarer“ ist einer der Namen des Herrn Jesus (vgl. Ri 13,18; Jes 9,5). Dieser Name drückt das aus, was Er wirklich ist. Nicht nur seine Werke, sein Handeln und sein Rat sind unfassbar. Er selbst, seine Person, ist wunderbar. Und das nicht nur in den Augen seines Volkes, das Er aus der Finsternis in das wunderbare Licht Gottes geführt hat (vgl. 1. Pet 2,9), sondern auch und gerade in den Augen Gottes, der sich in Ihm vollkommen offenbart hat. Aus welchem Blickwinkel Ihn man auch betrachten mag, stets ist Er wunderbar. Ist Er das auch in deinen Augen?

In den Evangelien lesen wir an manchen Stellen, dass sich Menschen über Ihn verwunderten. Sie hatten etwas Wunderbares in seiner Person gesehen, oftmals ohne Ihn jedoch im Glauben anzunehmen. Andere dagegen glaubten an Ihn. Denken und lesen wir doch einmal unter diesem Gesichtspunkt intensiv über Ihn nach!

Zusammenfassung

Wenn wir über all das Wunderbare nachdenken, das Gott uns in seiner Gnade schenkt oder schauen lässt, dann kommen wir zu zwei Schlüssen:

• dass für den Herrn keine Sache zu wunderbar ist (vgl. 1. Mo 18,14),
• dass es für uns aber wohl Dinge gibt, die zu groß und zu wunderbar sind und die wir nicht zu erfassen vermögen (vgl. Hiob 42,3; Ps 131,1).

Möge der Herr uns die Augen öffnen für all die wunderbaren Dinge, damit wir das Staunen darüber nicht verlernen, sondern Ihn immer wieder neu dafür preisen und loben!

 

 

Daniel Melui