Der Fromme sieht die Verwesung nicht

Online seit dem 07.01.2017, Bibelstellen: Psalm 16,8-11)

„Ich habe den HERRN stets vor mich gestellt; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele. Auch mein Fleisch wird in Sicherheit ruhen. Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht überlassen, wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe. Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar“ (Ps 16,8-11).

Der 16. Psalm ist ein Psalm von David. Aber es geht in diesem Psalm um einen Größeren als David. Das konnte auch schon einem Israeliten klar sein, der zur Zeit des Alten Testaments diesen Psalm las. Denn dem „Frommen“ in Psalm 16 werden bemerkenswerte Worte in den Mund gelegt, die David nicht sagen konnte:

  • Der Fromme Gottes frohlockt zu Lebzeiten in Gott, und sein Fleisch ruht in Sicherheit, wenn der Tod eingetreten ist. Das heißt: Sein Körper wird nicht der Verwesung anheimfallen. Der Fromme wird zwar sterben, aber in kürzester Zeit wieder auferstehen. 
  • Seine Seele wird nicht dem Scheol (Totenreich) überlassen, sondern wenige Tage nach seinem Tod mit dem Auferstehungsleib verbunden, um in der Fülle der Freude vor dem Angesicht Gottes zu leben.

Das trifft auf David nicht zu, denn:

  • Der Körper Davids wohnte nicht in Sicherheit – er wurde Opfer der Verwesung. 
  • Die Seele Davids ist bis jetzt im Scheol; David ist noch nicht aus den Toten auferstanden.

Es geht in Psalm 16 um den Herrn Jesus, den Sohn Davids. Von Ihm hat der Prophet David durch den Geist Gottes geredet.

So stellt es der Apostel Petrus seinen jüdischen Zuhörern vor. Er beweist mit diesem Psalm, dass der Messias unmittelbar nach seinem Sterben aus den Toten auferstehen musste:

„Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, den Nazaräer, einen Mann, von Gott vor euch bestätigt durch mächtige Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat, wie ihr selbst wisst – diesen, hingegeben nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen an das Kreuz geschlagen und umgebracht. Den hat Gott auferweckt, nachdem er die Wehen des Todes aufgelöst hatte, wie es denn nicht möglich war, dass er von ihm festgehalten wurde. Denn David sagt über ihn: ,Ich sah den Herrn allezeit vor mir; denn er ist zu meiner Rechten, damit ich nicht wanke. Darum freute sich mein Herz, und meine Zunge frohlockte; ja, auch mein Fleisch wird in Hoffnung ruhen; denn du wirst meine Seele nicht im Hades zurücklassen noch zugeben, dass dein Frommer Verwesung sehe. Du hast mir kundgetan Wege des Lebens; du wirst mich mit Freude erfüllen mit deinem Angesicht.‘ Brüder, es sei erlaubt, mit Freimütigkeit zu euch zu reden über den Patriarchen David, dass er sowohl gestorben als auch begraben ist, und sein Grab ist unter uns bis auf diesen Tag. Da er nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid geschworen hatte, von der Frucht seiner Lenden auf seinen Thron zu setzen, hat er voraussehend von der Auferstehung des Christus geredet, dass er nicht im Hades zurückgelassen worden ist noch sein Fleisch Verwesung gesehen hat. Diesen Jesus hat Gott auferweckt, wovon wir alle Zeugen sind“ (Apg 2,22-32).

Auch der Apostel Paulus führte Psalm 16 an, um seine Zuhörer in der Synagoge anhand der Schriften von der Auferstehung des Herrn Jesus zu überzeugen:

„Dass er Jesus aber aus den Toten auferweckt hat, damit er nicht mehr zur Verwesung zurückkehre, hat er so ausgesprochen: ,Ich werde euch die zuverlässigen Gnaden Davids geben.‘ Deshalb sagt er auch an einer anderen Stelle: ,Du wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe.‘ Denn David freilich, als er zu seiner Zeit dem Willen Gottes gedient hatte, entschlief und wurde zu seinen Vätern beigesetzt und sah die Verwesung. Der aber, den Gott auferweckt hat, sah die Verwesung nicht“ (Apg 13,34-37).

Die Aussage, dass der Fromme Gottes die Verwesung nicht sehen sollte, ist eine prophetische Ankündigung von der Auferstehung des Herrn Jesus, die sich kurz nach seinem Tod ereignet hat.

So verwundert es nicht, dass sowohl Petrus als auch Paulus den Psalm 16 anführen, um die Auferstehung des Messias anhand des Alten Testaments zu beweisen.

Mehrfach haben die Propheten den Tod Christi, seine Grablegung und seine Auferstehung bezeugt. Diese Tatsachen gehören zu dem Evangelium, das wir verkündigen dürfen. Paulus schreibt an die Korinther:

„Ich tue euch aber kund, Brüder, das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht, durch das ihr auch errettet werdet (wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündigt habe), es sei denn, dass ihr vergeblich geglaubt habt. Denn ich habe euch zuerst überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften; und dass er Kephas erschienen ist, dann den Zwölfen“ (1. Kor 15,1-5).

Jesus Christus, der am Kreuz für uns gestorben ist, hat die Verwesung nicht gesehen. Nicht einmal äußerlich kam Er mit der Verwesung in Berührung, denn Er wurde in eine neue Gruft gelegt, wo noch nie jemand gelegen hatte (Joh 19,41). Er, der gestorben ist und begraben wurde, ist „lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Off 1,18). Seine Auferstehung ist eine wunderbare Tatsache, die wir glauben und bezeugen dürfen.

Gerrid Setzer