Jabez – ein Gebet wird erhört

Online seit dem 14.02.2017, Bibelstellen: 1. Chronika 4,9.10

Jabez – ein Gebet wird erhört

Inmitten einer langen Namensliste im ersten Buch Chronika taucht der Name Jabez auf. Aber bei ihm wird nicht nur sein Name erwähnt, sondern wir erfahren auch etwas über seine Brüder, seine Mutter, seine Geburt und vor allem über sein kurzes Gebet, auf das Gott antwortete. Die wenigen Zeilen über Jabez im ersten Buch der Chronika liefern uns reichlich Stoff zum Nachdenken!

„Und Jabez war geehrter als seine Brüder; und seine Mutter gab ihm den Namen Jabez, indem sie sprach: Mit Schmerzen habe ich ihn geboren. Und Jabez rief zu dem Gott Israels und sprach: Wenn du mich reichlich segnest und meine Grenze erweiterst und deine Hand mit mir ist und du das Böse fernhältst, dass kein Schmerz mich trifft! Und Gott ließ kommen, was er erbeten hatte“ (1. Chr 4,9.10).

Jabez war geehrter als seine Brüder. Doch bei seiner Geburt sah es noch nicht so rosig aus. Seine Mutter erlebte besonders starke Schmerzen, so dass sie ihrem Sohn den Namen Jabez (Schmerz) gab. Schmerz – sollte das Programm für sein Leben werden? Nein, nicht Schmerz, sondern Segen!

Und der Segen kam durch Gebet. Jabez rief zu dem Gott, der sich mächtig an seinem Volk Israel erwiesen hatte, und der auch für Jabez ein offenes Ohr haben würde. Jabez’ Bitte war vierfach:

  • Reichlicher Segen
  • Grenzerweiterung
  • Gottes helfende Hand
  • Bewahrung vor Bösem und Schmerz

Jabez betete um reichen Segen. Dabei dachte er als Israelit an reiche Ernten und an eine Vergrößerung seines Landbesitzes. Christen sind dagegen mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern gesegnet (Eph 1,3). Wir sollten dafür beten, dass wir mehr von diesen himmlischen Segnungen verstehen und genießen.

Jabez betete, dass Gottes Hand mit ihm sei. Eine gute Bitte auch für Christen. Denn wir benötigen als schwache Menschen diese mächtige Hand zu unserer Hilfe. Wenn wir seinen Beistand nicht erfahren würden, wie könnten wir unsere Segnungen genießen? Was könnten wir überhaupt zur Ehre Gottes tun?

Jabez betete nicht erst, als er in der Klemme steckte. Er wollte vielmehr vor Unheil und Unglück und damit vor Schmerz bewahrt bleiben. Auch wir beten um Schutz. Besonders um Schutz vor allem, was uns geistlich schaden könnte, wie zum Beispiel die feurigen Pfeile des Bösen oder die bösen Werke ungläubiger Menschen (Eph 6,16; 2. Tim 4,18).

Jabez begann sein Gebet mit „wenn“, ließ aber kein „so“ folgen, wie es Jakob getan hatte: „Wenn Gott mit mir ist …, so soll der Herr mein Gott sein … und von allem, was du mir geben wirst, werde ich dir gewiss den Zehnten geben“ (1. Mo 28,20-22). Das brachte Jabez nicht über die Lippen. Wer Gott als gnädigen Geber sieht, muss jeden Gedanken an einen „Handel“ mit Ihm verwerfen. Schließlich erlebte Jabez, wie Gott sein Gebet erhörte. Gott segnete ihn sichtbar, und Jabez erlangte Ehre, die er sicher nicht gesucht hatte (vgl. 1. Kön 3,13).

Wir wollen mit Zuversicht um reichen Segen, Hilfe und Bewahrung bitten und uns dabei auf Gottes Gnade stützen. Öffnen wir unseren Mund weit, damit Gott ihn füllen kann (Ps 81,11)! Unsere Blicke sollten nicht auf den Schmerz der Vergangenheit gerichtet sein, sondern auf den, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als was wir erbitten oder erdenken (Eph 3,20).

Gerrid Setzer