Die christliche Visitenkarte - Teil 5: Treue

Online seit dem 09.08.2017, Bibelstellen: Lk 16,10; Eph 5,3

Im Wort Gottes werden die wahren Christen als Licht und Stadt auf dem Berg bezeichnet (Matthäus 5,14). Dies bedeutet, dass unser Christsein nach außen hin zum Guten sichtbar wird – und das umfasst viele Bereiche unseres Lebens, auch unsere Treue im Handeln. Als Richtschnur dürfen uns dazu einige Verse aus dem Alten und Neuen Testament dienen.

1.) Treu im Kleinen – Lukas 16,10: „Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht.“

Wir finden in diesem Vers einen universell anwendbaren Grundsatz. Wenn ich wenig habe und davon gerne gebe, gebe ich auch gerne, wenn ich einmal mehr habe. Wenn ich ein kleines Auto fahre und im Straßenverkehr gerne der Obrigkeit untertan bin, bin ich das auch noch mit einem großen Auto. Wenn ich in meinen Gedanken unrein bin, dann wahrscheinlich auch in meinem Handeln. Wenn ich zu Hause keine Ordnung halte, dann fällt es mir auch dort schwer, wo es jeder sieht. Beweist man im Kleinen Treue, wird man auch im Großen treu sein.

2.) Treue in der Ehe – Epheser 5,3: „Hurerei aber … werde nicht einmal unter euch genannt, wie es Heiligen geziemt.“

Untreue in der Ehe ist für Gott abscheulich, das sagt uns sein Wort klar. Wir Christen sollen darüber nicht einmal reden, das heißt, es soll für uns ebenso abscheulich sein, dass wir uns scheuen, über Hurerei (leichtfertig) zu sprechen. Es ist ein Zeugnis, wenn wir in diesen Dingen in der heutigen Zeit, in der alles auf den Kopf gestellt ist, treu sind im Blick auf das, was Gott uns über das Zusammenleben von Mann und Frau sagt. Wenn wir die Gnade haben, hierin treu zu sein, werden andere das bemerken.

3.) Treue wird belohnt – Matthäus 25,23: „Da sprach sein Herr zu ihm: Wohl, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn.“

Die Verwaltung von fremdem Besitz ist eine Aufgabe, in die man üblicherweise wächst. Je treuer, je erfolgreicher man sich in der Vergangenheit verdient gemacht hat, umso mehr wird man Vertrauen erfahren und Größeres anvertraut bekommen. Das gilt im Beruf wie im Glaubensleben. Mehr und mehr will unser Herr uns anvertrauen, wenn wir uns treu in dem erweisen, was er uns bereits gegeben hat.

4.) Untreue bewirkt den Zorn Gottes – Josua 22,20: „Hat nicht Achan, der Sohn Serachs, Untreue an dem Verbannten begangen? Und ein Zorn kam über die ganze Gemeinde Israels; und er kam in seiner Ungerechtigkeit nicht als Einzelner um.“

Untreue betrübt Gott und macht ihn zornig. Niemand von uns würde sich trauen, Gott zornig machen zu wollen. Doch wenn wir Gottes klare Anweisungen missachten, untreu gegen ihn sind, dann bewirkt seine gerechte Natur seinen Zorn gegen die Sünde. Gut, dass er uns im Herrn Jesus sieht und wir seinen Zorn nicht zu fürchten brauchen. Doch bitten wir um die Gnade, treu zu sein!

Treue ist eine wesentliche Eigenschaft Gottes (s. Nehemia 9,8). Dieser Fakt ist schriftlich im ewig gültigen Wort Gottes verbrieft (s. 1. Johannes 1,9 und 2. Timotheus 2,13). Wie gut, dass er nicht in dem Maße treu ist, wie wir es sind. Aber wie schön, dass er uns dahin bringen möchte, treu zu sein – ihm zur Freude und der Welt zum Zeugnis.

Marc Schultz