Ich bin herabgekommen

Online seit dem 02.12.2017, Bibelstellen: 2. Mose 3,7-10

Bevor Gott Mose zum Befreier seines irdischen Volkes beruft, lässt er ihn teilhaben an den Empfindungen seines Herzens seinem Volk gegenüber. Die große Not seines Volkes unter der Herrschaft der Ägypter war ihm nicht entgangen. Das Elend seines Volkes hatte er gesehen, sein Schreien gehört und seine Schmerzen kannte er. Nun war er herabgekommen, um es durch Mose aus der Hand der Ägypter zu befreien und in ein gutes und geräumiges Land hinaufzuführen (2. Mo 3,7–10.16.17).

In diesen Versen sehen wir sowohl das tiefe Mitempfinden des Herrn mit seinem Not leidenden Volk als auch seine zu Herzen gehende Herablassung, um seinem Volk zu Hilfe zu kommen. Darin erkennen wir ein schönes Vorausbild auf das (Herab-)Kommen des Herrn Jesus, um sein (irdisches) Volk zu befreien und von ihren Sünden zu erretten (Mt 1,21).

So wie der Herr damals (im Geist) herabkam, um sein unterdrücktes und versklavtes Volk aus der Hand der Ägypter zu befreien und in ein fruchtbares Land zu führen, so ist der Herr Jesus in der Fülle der Zeit als Mensch auf die Erde herabgekommen, um uns aus der Knechtschaft Satans zu befreien und uns von unseren Sünden zu erretten. Er sah unseren elenden und hoffnungslosen Zustand unter der Herrschaft Satans und kannte unsere große Sündennot.

Aber Mitempfinden allein hätte uns nicht helfen können. Deshalb kam der Herr Jesus zur bestimmten Zeit zu uns herab, indem er wahrer Mensch wurde, um uns durch sein Erlösungswerk am Kreuz von Golgatha aus der Knechtschaft zu befreien und uns von unseren Sünden zu erretten. Aber noch mehr: Er kam zu uns herab, um uns von der Erde zu sich in den Himmel zu führen und uns ein himmlisches Erbteil zu geben – „ein gutes und geräumiges Land, ein Land, das von Milch und Honig fließt“ (vgl. Heb 11,16; 1. Pet 1,4).

Was für einen wunderbaren Herrn haben wir doch! Der nicht versucht hat, uns aus der Ferne zu helfen – das wäre auch gar nicht möglich gewesen, sondern zu uns in unsere Umstände herabgekommen ist (vgl. Heb 2,14). Der an unserem ganzen Elend und unserer ganzen Not teilgenommen hat (vgl. Jes 63,9; Heb 4,15). Und der uns einmal vollständig daraus befreien und zu sich in die Herrlichkeit führen wird, damit, wo er heute schon ist, auch wir einmal sein werden (Joh 14,3). Welch ein herrlicher Augenblick wird das sein!

Daniel Melui