Die Zeit ist nahe!

Online seit dem 09.01.2018, Bibelstellen: Offenbarung 1,3; Offenbarung 22,10

Die Zeit ist nahe (Off 1,3; 22,10)! Bald werden die Gerichte über die Erde hereinbrechen, auf die dann das Friedensreich folgen wird. Und wie nahe die Zeit ist, zeigen viele Ent-wicklungen und Ereignisse, die wir heute schon beobachten können. Das darf uns sicher zum Ansporn sein, den Herrn mit neuer Frische aus dem Himmel zu erwarten. Wir müssen allerdings mit größter Vorsicht die Politik und die gesellschaftlichen Entwicklungen beleuchten und ausdeuten, da sich diese Verhältnisse sehr schnell verändern und sich auch wieder zurückentwickeln können.

Außerdem muss ich hinzufügen, dass sich keine konkreten prophetischen Vorhersagen erfüllen müssen, bevor der Herr zur Entrückung kommen kann. Er kann jederzeit kommen. Deshalb ruft die Braut ja auch: „Amen, komm, Herr Jesus!“ Wir warten nicht auf die Erfül-lung irgendeiner Prophezeiung, sondern auf Christus.

Hier nun einige Punkte, die zeigen, dass es nicht mehr lange so weitergehen wird:

• Wie in den letzten Tagen der Christenheit. Die Beschreibung der Menschen der letzten Tagen (2. Tim 3,1–9) passt haargenau zu den Menschen heute. Die Selbstliebe und die Vergnügungssucht rangieren ganz weit vorne, während Gott quasi an letzter Stelle steht. Wir leben in einer Zeit, in der Spötter auftreten, die die Schöpfung und die Sintflut leugnen und meinen, es würde alles immer so weitergehen (2. Pet 3; Jud). Die „späteren Zeiten“ sind längst vorbei (1. Tim 4,1), wir leben in den letzten Tagen. Der Herr kommt bald.
• Die Sendschreiben zeigen die Geschichte der christlichen Kirche. Es ist nur allzu offensichtlich, dass die Tage von Philadelphia (= „Bruderliebe“) der Vergangenheit angehören – die große Erweckungszeit war besonders im 19. Jahrhundert. Davon sind nur noch kümmerliche Überreste geblieben. Wir leben in den Tagen von Laodizea (Off 3,14–22). Es sind Tage der Gleichgültigkeit und des Hochmuts. Es ist die letzte Phase der Christenheit, die mit Gericht enden wird. Nach der Laodizea-Phase gibt es nicht noch eine weitere Phase. Der Herr kommt bald!
• Nachdem Christus die Christenheit ausgespien hat (Off 3,16), weil die wahren Gläubigen im Himmel sind, werden die sogenannten Christen sich zu einem „religiösen Babylon“ formieren. Offensichtlich wird es so sein, dass die christlichen Kirchen zu einer Einheit finden werden, die stark das Gepräge der katholischen Kirche tragen wird (siehe dazu Offenbarung 17 und 18). Auch hier sehen wir schon Schatten dieser Entwicklung.
• Das moralische Verderben und die Gewalttaten sind heute derart, dass die Welt offensichtlich zum Gericht heranreift und dass die ungeheure Langmut Gottes bald erschöpft sein muss. Vor der Sintflut verderbte sich die Erde, indem auch die Schöpferordnung mit Füßen getreten wurde (1. Mo 6) – das Gericht schlummerte nicht. Als in Sodom und Gomorra die Sünde in größter Scheußlichkeit und Brutalität ausgelebt wurde, kam bereits einen Tag später das Gericht (1. Mo 19). Das „Geheimnis der Gesetzlosigkeit“ ist heute sehr deutlich wirksam (2. Thes 2,7). – Der Richter steht vor der Tür!
• Manche biblische Prophezeiungen lassen sich nur mit komplexer Technik und mit dem technischem Fortschritt erklären. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf das sprechende Bild, das zu töten vermag (Off 13,15). Auch die Tatsache, dass man nur mit dem Malzeichen an der Stirn oder an der Hand kaufen und verkaufen kann, war im Altertum völlig unerklärlich (Off 13,16.17). Aber in einer bargeldlosen Gesellschaft mit Chiptechnologie ist das gar keine Frage mehr. Das kann alles ganz rasch Wirklichkeit werden.
• Die Juden kehren seit 1882 im größeren Stil in das verheißene Land zurück. Im Jahr 1948 wurde der Staat Israel gegründet; das war etwas, was man sich Jahrzehnte vorher gar nicht hat vorstellen können. Diese Entwicklung ist sicher noch nicht abgeschlossen. Aber wir erkennen die Anfänge von dem, was die Propheten in dieser Hinsicht geredet haben. Ich verweise hier insbesondere auf Jesaja 18, wo von der Rückkehr des Volkes Gottes unter der Vorsehung die Rede ist. Es kehrt im Unglauben zurück – um dann gerichtet zu werden (Jes 18,5.6); nur der Überrest wird gerettet werden. Eindrucksvoll ist auch Heseskiel 37, wo von dem Zusammenrücken der Totengebeine (= Israel) die Rede ist – es ist eine nationale Bewegung, jetzt noch ohne Leben. Der Feigenbaum schlägt schon aus (Lk 21,29), aber es fehlt noch die Frucht.
• Aber nicht nur der Feigenbaum schlägt aus, sondern auch „alle Bäume“ (Lk 21,29). Die Länder um Israel herum formieren sich in einer Art und Weise, dass das sehr gut zu dem prophetischen Bild passt. Im Jahr 1900 war der Nahe Osten praktisch das Osmanische Reich, zu dem auch Palästina gehörte. Heute sind es viele verschiedene Länder. Es ist dabei beachtenswert, dass im Jahr 1945 die Arabische Liga gegründet wurde, die Israel feindlich gesinnt ist. Die großen Feinde Israels sind im Norden von Israel zu finden. Es ist aus dem Propheten Daniel bekannt, dass der „König des Nordens“ (wahrscheinlich Syrien) zur Zeit des Endes Israel überrollen wird (Dan 11,40). Es ist aber auch klar, dass es in diesem Gebiet noch andere Nationen geben wird, die sich mit ihm verbinden oder auch von ihm besetzt werden (Ps 83 etc.). Ferner ist deutlich, dass der König des Nordens dem König des Südens (Ägypten) feindlich gesinnt sein wird. Ägypten nimmt heute schon eine besondere Rolle ein und war zeitweise aus der Arabischen Liga ausgeschlossen worden.
• Der König des Nordens wird aber nicht in eigener Macht handeln (Dan 8,24). Eine andere Macht steht hinter ihm. Ist das nicht die riesige militärische Macht, Gog und Magog, aus dem „äußersten Norden“ (Heb 38,6)? Von Palästina aus betrachtet, liegt im äußersten Norden Russland. Und die in Hesekiel 38 erwähnten Ausdrücke Rosch, Mesech und Tubal könnte man mit Russland, Moskau und Tobolsk verbinden. Russland stützt eine feindliche Macht im Norden Israels. Das hört sich heute doch mehr als plausibel an.
• Das Römische Reich spielt in der Prophetie auch eine große Rolle. Es muss wieder hervorkommen, denn es war und ist nicht und wird aus dem Abgrund hervorkommen (Off 17,8.11). Das klar erkennbare Zusammenrücken Europas zu einer starken Einheit – davon war im Jahr 1900 auch noch nichts zu sehen, aber die bibeltreuen Auslegungen haben es dennoch schon gelehrt – und einer großen Macht zeichnet sich heute schon ab, während andere Mächte an Bedeutung verlieren. Es ist dabei sehr bezeichnend, dass kurz nach der Staatsgründung Israels in Rom im Jahr 1957 die Römischen Verträge geschlossen wurden, wodurch u.a. die EWG entstand. Als Christus auf der Erde war, wurde er von Israel und den Römern verworfen und ans Kreuz gebracht. Diese beiden Mächte müssen wieder da sein, wenn Christus das zweite Mal kommt, damit sie das verdiente Gericht empfangen. – Erwähnenswert ist noch, dass das Römische Reich zunächst von zehn Staatschefs gelenkt werden wird, ehe alle Macht in die Hand des „Tieres“ kommt und dieses dreieinhalb Jahre absolut diktatorisch bis zu Einzelnen durchregieren wird (Off 17,12–14). Heute zeichnet sich schon ab, dass es einmal ein „Kerneuropa“ geben könnte und dass die Menschen mehr und mehr gewillt sind, einen „starken Mann“ zu akzeptieren.

Wir wollen nicht spekulieren. Wir wollen vorsichtig bleiben, weil sich politische Verhältnisse schnell verändern und wieder zurückverändern können. Wir wollen Prophezeiungen, die sich auf die Zeit nach der Entrückung beziehen, nicht in unsere Zeit übertragen und damit für Durcheinander sorgen. Aber dennoch wollen wir die Zeichen der Zeiten erkennen (vgl. Mt 16,3) und mit besonders großer Überzeugung sagen: „Die Zeit ist nahe!“

Gerrid Setzer