Hunger und Durst im Leben Jesu

Online seit dem 09.04.2018, Bibelstellen: Mt 4,2; Joh 4,7; Mt 21,18; Joh 19,28

Wir lesen zweimal in den Evangelien, dass der Herr Jesus Durst und dass er Hunger hatte. Es ist sehr eindrucksvoll, diese Stellen ein wenig auf sich wirken zu lassen.

Als der Herr Jesus 40 Tage lang in der Wüste gefastet hatte, hungerte ihn schließlich (Mt 4,2). Wir können uns vorstellen, dass dieser Hunger sehr groß gewesen sein muss. Der Teufel forderte ihn auf, als Gottes Sohn von seiner Macht Gebrauch zu machen, um seinen Hunger durch Brot zu stillen. Doch der Herr war ganz abhängig von seinem Gott und Vater; er hungerte lieber, als den Weg der Abhängigkeit zu verlassen. Er aß kein Brot.

Nach einem langen Marsch setzte sich Jesus ermüdet in Sichar an einer Quelle nieder (Joh 4,7). Er, dem alles zu Gebote steht (Ps 50,12), bittet eine Sünderin, dass sie mit ihrem Schöpfgefäß ihm etwas aus dem Brunnen zu trinken schöpft. Mit dieser demütigen Bitte öffnet er das Herz dieser Samariterin, damit sie willig wird, die Gabe Gottes dankbar entgegenzunehmen, die ihr durch den Sohn Gottes zuteilwerden kann. Die Frau dringt schnell in das Licht vor, lässt ihren Wasserkrug stehen (Joh 4,28) und geht ins Dorf, um von diesem wunderbaren Prophet zu berichten. Er aber trinkt kein Wasser.

Als der Herr Jesus kurz vor seiner Hinrichtung frühmorgens von Bethanien nach Jerusalem ging, hungerte ihn (Mt 21,18). Er bewegte sich auf einen Feigenbaum zu, der durch seine vielen Blätter Aussicht auf Frucht gab. Natürlich wusste er, dass der Baum unfruchtbar war. Und dennoch ging er hin, um das allen klarzumachen. Er verfluchte den Baum, der ein Bild von Israel war, um seinen Jüngern und uns eine Lektion zu geben. Er aß keine Feigen.

Nach der Gefangennahme und langen Verhören wurde der Herr Jesus ans Kreuz geheftet. Dort hing er sechs Stunden. Nach dieser ganzen Zeit und all den Qualen muss sein Durst unerträglich gewesen sein. So bringt er zum Ausdruck, dass er Durst hat (Joh 19,28). Er tat dies aber nicht einfach, damit dieses körperliche Bedürfnis gestillt wurde, sondern um die Schrift zu erfüllen! Mit höhnenden Worten wurde ein mit Weinessig gefüllter Schwamm, der auf ein Rohrstab gesteckt war, an seinen Mund geführt. Er aber nahm den Essig, weil die Schrift gesagt hat, dass er in seinem Durst mit Essig getränkt werden würde.

Gerrid Setzer