Die Zunge

Online seit dem 20.07.2007, Bibelstellen: Psalm 141,3

Gott gab uns eine Zunge, aber zwei Ohren. Wir sollen zweimal soviel hören wie reden. Gott setzte die Zunge nach innen, in sichere Entfernung, während Er die Ohren nach außen setzte und so konstruierte, dass sie nicht geschlossen werden können. Wir müssen immer zuhören, aber dürfen nicht immer reden. An jeder Seite unseres Kopfes ist ein Ohr, damit wir das, was wir auf der einen Seite nicht mitbekommen haben, auf der anderen Seite aufschnappen können. Außerdem ist das eine Ende der Zunge befestigt. Aber welch schrecklichen Schaden hat die Zunge, trotz der Befestigung an einem Ende, schon angerichtet. Darüber hinaus sind uns zwei Zäune gegeben, um die Zunge am Hervorkommen zu hindern. Erstens unsere Zähne, die uns befähigen, uns auf die Zunge zu beißen, wenn wir in Begriff stehen, etwas Falsches zu sagen. Das ist ziemlich offensichtlich, denn ein Baby hat bei der Geburt alle Körperteile, nur keine Zähne, aus dem einfachen Grund, dass ein Kind noch nicht sprechen kann und daher noch keine Zähne benötigt. Wenn es aber anfängt zu sprechen, bekommt es auch Zähne, um sich auf die Zunge beißen zu können. Einen weiteren Zaun bilden die Lippen; aber trotz all dieser Vorsichtsmaßnahmen, brauchen wir immer noch eine ständige Wache an der Tür, wie der Psalmist in Psalm 141,3 bittet, „Setze, HERR, eine Wache meinem Mund; behüte die Tür meiner Lippen.“

[Übersetzt von Marco Leßmann]

August van Ryn