Weg vom Ich, hin zu Gott!

Online seit dem 28.08.2007, Bibelstellen: Psalm 77

Asaph war ein ernster und nachdenklicher Mann. Das zeigen die zwölf Psalmen, die er verfasst hat, deutlich. In dem bekannten Psalm 73 sehen wir, wie er mit dem Problem kämpft, dass es den Gottlosen so gut und den Gerechten oft schlecht geht. Er kommt erst zur Ruhe, als er in das Heiligtum Gottes geht und das Ende der Gottlosen bedenkt (Psalm 73,17).

In Psalm 77 wälzt er ein anderes Problem. Er ist sehr beschäftigt mit sich und seiner Vergangenheit. „Ich erinnerte mich an mein Saitenspiel in der Nacht“ (Vers 7). Doch dieses fröhliche Saitenspiel war Vergangenheit. Jetzt ist der Himmel grau. Durch das Grübeln wird Asaph emotional nach unten gezogen und er begeht einen Fehler: Er schließt von seinen Gefühlen auf Gott. Das bringt ihn dazu, sechs bittere Fragen über Gott zu stellen (Vers 9 und 10). Wahrscheinlich kam er sich bei der Grübelei noch ziemlich fromm vor. Endlich mal einer, der sich und die Zeitverhältnisse kritisch beleuchtet!

Doch dann kommt in Vers 11 der große Wendepunkt: „Dies ist mein Kranksein“. Ja, es war nicht Frömmigkeit, sondern Krankheit, sich so den Kopf zu zermartern! Jetzt füllt er seine Gedanken mit Gott aus und mit dem, was er getan hat. „Ich will nachdenken über all dein Tun“ (Vers 13). Wie viel hat Gott gewirkt! Wofür man nicht alles danken kann!

Unser Problem ist, dass wir mit dem Problem oft nicht richtig umgehen. Wir müssen in das Heiligtum hineingehen (vgl. Vers 14), um die richtige Perspektive zu bekommen. Weg von uns selbst und hin zu Gott!

Gerrid Setzer