Warum starb Christus für uns (Teil 2)?

Online seit dem 20.10.2008, Bibelstellen: 1. Petrus 3,18; Galater 1,3-4; 2. Korinther 5,15; Titus 2,13-14

… damit er uns herausnehme aus der gegenwärtigen bösen Welt

Gott und die Welt sind zwei entgegen gesetzte Pole – völlig voneinander getrennt. Wenn wir zu Gott gebracht sind, wenn unsere Beziehungen auf diesem gerechten Fundament gegründet sind, dann könnt ihr euch darauf verlassen, dass unsere Verbindungen zur Welt abgebrochen sind. Der Apostel Paulus betont diesen Punkt, wenn er an die Galater schreibt. Unser Herr Jesus Christus gab sich selbst für unsere Sünden. Ihr seht, dass wir wieder zur Basis unserer Operationen zurückgekehrt sind, zurück zu dieser einfachen Tatsache. Und Er gab sich selbst, „damit [d.h. mit diesem Ziel im Auge] er uns herausnehme aus der gegenwärtigen bösen Welt, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters“, d.h. nach dem Willen dessen, zu dem wir gebracht sind. Diejenigen, die ihre Bibel gut kennen, wissen vielleicht, dass das Wort, das hier für „Welt“ benutzt wird, eigentlich „Zeitalter“ bedeutet – „das gegenwärtige böse Zeitalter“. Zeitalter meint den ganzen organisierten Lauf der Welt und dieser organisierte Zeitlauf ist gegenwärtig böse. Vergesst das nicht. Freut euch daran, dass ihr zu Gott gebracht seid, aber vergesst dabei nicht, dass der Heiland, der für eure Sünden starb, es nicht nur tat, um euch mit Gott in Verbindung zu bringen, sondern auch mit dem Ziel, eure Verbindungen mit diesem Zeitlauf abzubrechen.

Genau in diesem Punkt findet sich viel geistliche Schwachheit, vielleicht ist es sogar der Hauptgrund für die geistliche Schwachheit in der Versammlung Gottes heute. Ich bin kein Elektriker, aber ich weiß das eine oder andere über Elektrizität. Ich weiß, dass man Strom erzeugen muss, und auch, dass man das beste Kraftwerk des Landes haben kann und erzeugen und erzeugen kann bis man eine ganze Kohlenmine verbraucht hat, und doch keinen Strom hat, der ausreichend ist, etwas zu bewirken, wenn man nicht noch etwas anderes tut. Man muss erzeugen und speichern. Dafür gibt es Stromspeicher, oder nicht? Aber auch die können das Problem nicht endgültig lösen. Man muss nämlich nicht nur Strom erzeugen und speichern, sondern auch isolieren. Wenn die Isolierung versagt, wird der Strom umsonst erzeugt. So schnell wie er erzeugt wird verschwindet er wieder, und zwar in der Erde. Deshalb heißt es: erzeugen, speichern, aber auch isolieren – den Kontakt zur Erde unterbinden. Das ist nicht nur ein unbedeutendes Gleichnis, sondern ein sehr beachtenswertes. Ein elektrisches Gerät funktioniert so lange nicht, wie noch irgendwo eine Erdung ist. Der Strom kommt nicht an und wird es auch nie tun. So ist es auch bei den Dingen Gottes. Viele Christen sagen: „ Ich will ernst und aufrichtig sein und der Herr soll in mir verherrlicht werden. Ich werde beten und die Bibel lesen und die Zusammenkünfte besuchen. Gut so – erzeuge! Und was tust du dann? Versuchst du zu speichern? Ich habe nichts dagegen. Fahre fort im Erzeugen und Speichern, aber vergiss nicht zu isolieren. Das war der Wunsch und Wille unseres Herrn als Er am Kreuz starb. Wir sind durch Sein Blut erlöst und zu Gott gebracht, um Ihn wahrhaft kennen zu lernen und unsere Herrlichkeit in Ihm zu finden, aber zur gleichen Zeit sind wir auch aus der gegenwärtigen bösen Welt herausgenommen.

Du sagst vielleicht: „Ich werde sehr auffallen, wenn ich nicht mit dem Strom schwimme und nicht das tue, was die anderen tun.” Das stimmt. Statt ein toter Fisch zu sein, wirst du ein lebendiger Fisch sein, der die Kraft hat, gegen den Strom zu schwimmen. Und der Heiland hat dich berufen, dass du für Ihn da bist und dass es dein Wunsch ist, statt von solchen beeinflusst zu werden, die sklavisch kopieren, was andere tun, und statt zu sagen: „Das machen aber alle”, dem Herrn in allem zu gefallen und dazu gesetzt zu sein, seinen heiligen Willen zu tun und aus dem Zeitlauf der Welt, durch die du gehst, herausgenommen zu sein. Du musst durch den „Jahrmarkt der Eitelkeit“ gehen, wie Bunyan es in seiner „Pilgerreise“ ausdrückt, aber bedenke, dass du nicht zum „Jahrmarkt der Eitelkeit“ gehörst. Christ und Treu waren, wenn ich mich recht erinnere, etwas seltsam aussehende Gestalten, nicht so korrekt gekleidet wie die Bewohner von „Jahrmarkt der Eitelkeit“, sondern altmodisch. Das erwartet dich, wenn du einer bist, der aus der gegenwärtigen bösen Welt herausgenommen ist. Unser Heiland starb, damit das erreicht würde.

[Übersetzt von Marco Leßmann]

F.B. Hole