Die Gaben der Zeichen und Wunder

Online seit dem 18.11.2008, Bibelstellen: 1. Kor 14,21; Hebr 2,3-4:

Welche Bedeutung hatten sie in der Anfangszeit? Warum gab Gott Wundergaben? Zur Evangelisation? Für emotionale Schauspiele? Oder um die Leiden der Glaubenden zu lindern?

Für keines von diesen. Gott gab Zeichengaben, um sichtbar zu machen, dass Er einen neuen Anfang geschaffen hatte. Die Zeit des Gesetzes war vorüber. Gott hatte durch den Heiligen Geist die Versammlung gebildet. Daher gab Er den Jüngern am Pfingsttag (am Tag, an dem die Versammlung begann) die Fähigkeit, in fremden Sprachen zu reden, die von den anwesenden Leuten verstanden wurden. Wer konnte leugnen, dass dies ein Werk Gottes war?

Man sollte auch beachten, dass die Sprachen (oder «Zungen») ein Zeichen für die Juden waren (1. Kor 14,21). Manchmal fanden Heilungen statt (z.B. Apg 3), aber nicht, um die Leiden der Glaubenden zu lindern, sondern um Ungläubigen ein Zeichen zu geben (Apg 4,16.30 und Heb 2,4).

Welche Bedeutung haben sie heute?

Die Gaben der Wunder und Zeichen waren für den Anfang (Heb 2,3.4). Sie waren der nach außen sichtbare Beweis, dass die Versammlung ein Werk Gottes war, etwas völlig Neues, ein Neuanfang.

Natürlich kann Gott auch heute noch Wunder tun, und Er tut es. Aber das ist etwas ganz anderes als die Zeichengaben.

Wie steht es mit den «Sprachen»? Darf ich mal fragen: Kennst du eine Person, die in einer Fremdsprache reden kann, die sie nie gelernt hat (denn genau das passierte in Apostelgeschichte 2)? Und wo Menschen «in Sprachen» reden, frage ich:

– Halten sie sich an die «Spielregeln» von 1. Korinther 14?
– Wird jeder Beitrag übersetzt (1. Kor 14,13.27)?
– Werden die «Sprachen» als Zeichen für Ungläubige benutzt (1. Kor 14,22)?
– Schweigen die Frauen in der Versammlung (1. Kor 14,34)?

Wenn Gott eine Gabe gibt (die im Neuen Testament beschrieben wird), wollen wir diese anerkennen. Aber hüten wir uns vor Täuschungen – vor falschen, nicht in biblischer Weise ausgeübten Gaben, selbst wenn sie als «Gaben» angepriesen werden.

[Auszug aus dem Buch „FAQ“]

Michael Hardt