Bündnisse, die wir meiden sollen

Online seit dem 17.04.2009, Bibelstellen: 2. Chronika 18,1-3; 2. Chronika 19,1-3; 2. Chronika 20,35-37

Ich möchte nur einige wenige Worte sagen. Ich wünschte, ich könnte einen Vorschlaghammer benutzen, habe aber die Sorge, dass ich lediglich einen Hammer habe, der zum Einschlagen kleiner Tapeziernägel verwendet wird. Aber wenn ich einen Vorschlaghammer hätte, würde ich dem Ende des Pfahls, den der Geist Gottes – so hoffe ich – auf eure Herzen und Gewissen gerichtet hat, einen gewaltigen Schlag versetzen. Ich bin überzeugt, dass in diesen Tagen, und wahrscheinlich zu jeder Zeit in der Geschichte der Versammlung, nichts einen größeren Schaden angerichtet hat als unheilige Verbindungen.

Manche von uns, die unbeschwerte, freundliche, liebenswerte Leute sind, finden es manchmal ziemlich schwierig, ein bestimmtes kleines Wort zu formulieren, das ohne Frage für die Mehrheit der Leute das schwierigste aller Wörter ist, obwohl es nur aus vier Buchstaben besteht. In der Geschichte jedes Mannes und jeder Frau gibt es Zeiten, wo es sie bei diesem Wort mehr kostet, es fest und bestimmt herauszubringen, als bei jedem anderen Wort im Wörterbuch. Das kleine Wort heißt: „Nein.“

Hattest du auch eine solche Zeit in deinem Leben, wo dir dieses Wort auf der Zunge lag, du aber das Gefühl hattest, es nicht sagen zu können? Der Geist Gottes hatte dir klar gezeigt, dass genau dieses Wort jetzt gesagt werden musste. Genau dieses Wort hätte auch Josaphat in diesem kritischen Augenblick sagen müssen, denn seine Bündnisse haben ihm schmerzlichen Schaden zugefügt. Es gibt heutzutage Christen, die, was ihre Frömmigkeit und ihr persönliches Leben betrifft, untadelig sind, und doch hat der Teufel sie in unschriftgemäße Verbindungen verwickelt. Er weiß, dass eine direkte Versuchung möglicherweise fehlschlägt, und deshalb bemüht er sich, über die Flanke anzugreifen durch Verbindungen, die sie in eine falsche Position führen und ihr Zeugnis für den Herrn praktisch ungültig machen.

Dieser herausragende Josaphat – ein Mann, bei dem viel Gutes zu finden war, weil er die Ascheroth aus dem Land entfernte, weil er sein Herz darauf richtete, Gott zu suchen und weil er die persönliche Gottesfurcht im Volk anfachte – war schwach, er gab leichtfertig nach und verschwägerte sich mit Ahab. Nun, ihr werdet euch daran erinnern, dass Ahab ein sehr berüchtigter König Israels war, „es ist gar keiner gewesen wie Ahab, der sich verkauft hätte, um zu tun was böse ist in den Augen des HERRN, den Isebel, seine Frau, anreizte“ (1. Kön 21,25). Ahab war ein Mann, der durch nd durch für Baal, d.h. für den Teufel war, und mit diesem Mann machte Josaphat einen Bund.  

Kennen wir etwas, das in der heutigen Zeit unter dem Volk Gottes diesem Bild entspricht? Leider ja. Und wenn wir jemanden, der tief darin verstrickt ist, direkt mit dem Wort Gottes konfrontieren, was wird er antworten? Vielleicht wird er sagen: „Ich tue das doch mit den besten Motiven, ich möchte diesen Menschen helfen. Und wie könnte ich das tun, wenn ich mich zu ihnen herab begebe?“ Dem müssen wir entgegnen: wenn jemand in einen Graben fällt, fällst du hinterher, um ihm zu helfen. Es wäre weit besser, wenn du zusähest, deine eigenen Füße auf den festen Felsen zu bekommen, und dann magst du in der Lage sein, eine helfende Hand auszustrecken, aber denke nicht, du könntest jemandem aus dem Morast heraushelfen, indem du selbst in den Morast hineinspringst. So machte es Josaphat und das war ein fataler Fehler.

Was geschah dann? Josaphat konnte absolut nicht helfen – das Gegenteil war der Fall. Anstatt Ahab aufzuhelfen, zog Ahab ihn nach unten. Ein unbekehrter Mensch hat nur die alte gefallene Natur in sich, während du, ein Kind Gottes, die göttliche Natur besitzt. Du wirst dich, wenn du dich mit ihm verbindest, in eine Position begeben, wo die alte Natur, die immer noch in dir ist, aufgefrischt und neu belebt wird, mit dem Ergebnis, dass du auf ein niedriges Niveau herabsinkst und den Herrn verunehrst. Du kannst den Menschen nicht in das Leben emporheben, das du genießt, denn um das Leben genießen zu können, muss er es zunächst haben. Hört, was Josaphat selbst dazu gesagt hat: „Ich will sein wie du.“ Er sagte nicht: „Du bist wie ich geworden, Ahab, ich habe dich auf ein höheres Niveau gehoben.“ Nein, das Gegenteil war der Fall.

Gott hat uns Gleichnisse in der Natur gegeben, und dort finden wir eine Illustration. Wenn du Äpfel pflückst und sie in einen geeigneten Lagerraum legst, wirst du sie einige Tage später genau überprüfen. Du willst herausfinden, ob auch nur ein einziger Apfel Anzeichen von Fäulnis hat, da dies einen schlechten Einfluss auf die anderen hätte. Lass einen faulen Apfel unter 40 guten und du wirst sehr bald 41 schlechte haben. Doch wirkt das Gute in der gleichen Weise? Ich habe ein ganzes Regal voll verfaulter Äpfel. Wie wunderbar wäre es, wenn du nur einen guten Apfel unter die faulen Äpfel tun müsstest, und alle würden gut! Die Obsthändler würden sehr bald florieren, wenn sie aus allen ihren faulen Äpfeln gute machen könnten, indem sie einfach einen guten in ihre Mitte legen.

Verlangt also nicht von mir, zu glauben, dass ein Christ, der sich mit vielen weltlichen Leuten verbindet, die den Herrn nicht lieben, diese Leute alle verbessern wird. Nein, er geht das ernste Risiko ein, sich selbst zu beschmutzen, und das ist nicht nur ein Risiko, denn wenn er bei seinem Ungehorsam gegenüber dem Wort Gottes bleibt, wird er beschmutzt werden und am Ende sagen müssen: „Ich will sein wie du“ – ein schreckliches Bekenntnis.

Der Prophet Jehu kam zu Josaphat und stellte die berechtigte Frage: „Hilfst du dem Gesetzlosen, und liebst du die den HERRN hassen? Und darum ist Zorn über dir von Seiten des Herrn.“ Einem Mann weiterzuhelfen scheint freundlich zu sein, und ist es auch, wenn er auf dem rechten Weg ist, aber nicht, wenn er auf dem falschen Weg ist. Man kann einem unbekehrten Menschen nicht helfen, indem man ihm einen Schubs in die falsche Richtung gibt. Enorm viele Christen reichen unbekehrten Sündern auf ihrem Weg hinab in die Grube eine helfende Hand. „Hilfst du dem Gesetzlosen, und liebst du die den HERRN hassen?“ Sollst du hingehen und dich mit ihnen verbinden und an ihren Unternehmungen teilhaben und damit die von Gott gegebene Trennungslinie gering schätzen? Auf keinen Fall! So etwas zu tun ist vom Teufel und nicht von Gott. Das Wort Gottes fordert den Christen auf, entsprechend seiner Stellung als Kind des Lichts zu leben und nicht wie ein Kind der Finsternis. Welchen wunderbaren Einfluss würde das auf die Versammlung Gottes haben, wenn diese Ermahnungen beachtet würden und Christen überall anfangen würden, sich von unheiligen Verbindungen zu lösen.

Noch ein Wort: die dritte Stelle, die ich gelesen habe, macht deutlich, dass Josaphat in dieser Sache mehr als einmal sündigte, und Gott brachte Sein Gericht über ihn. Die Worte Eliesers, des Propheten, waren sehr deutlich. Er sagte: „Weil du dich mit Ahasja verbunden hast, hat der HERR dein Werk zerstört.“ Ach, wie viele von uns werden am Tag der Beurteilung vor dem Herrn an Seinem Richterstuhl stehen und ein solches Wort hören? Muss der Herr auch von einem von uns sagen: „Du warst zwar sehr eifrig, du warst sehr fleißig, du liefst und arbeitetest, aber weil du dich mit der Welt verbunden hast, weil du ständig deinen wahren Charakter durch unwürdige Verbindungen aufs Spiel gesetzt hast, habe ich dein Werk zerstört, es gilt nichts vor mir“?

Der einzige sichere Grund ist der Grund, den uns das Wort Gottes gibt. Wenn du die ernste Ermahnung im Wort Gottes liest: „Seid nicht in einem ungleichen Joche mit Ungläubigen“, fangt nicht an zu argumentieren und darüber zu grübeln, sondern gehorcht, koste es, was es wolle.

[Übersetzt von Marco Leßmann]

F.B. Hole