Weihnachten und der 25. Dezember?

Online seit dem 25.12.2009, Bibelstellen: Lukas 2,8-20

Wie ist man eigentlich darauf gekommen, den 25. Dezember mit der Geburt von Jesus Christus zu verbinden? Ein wichtiger Grund war, dass man in der frühen Kirche den 25. März als Tag der Empfängnis der Maria als recht wahrscheinlich betrachtet hat. Denn dieser Tag ist ein besonderer: Er markiert(e) den Frühlingsbeginn. Außerdem soll an diesem Tag die Schöpfung ins Dasein gerufen worden und der Heiland gestorben sein. Rechnet man nun 9 Monate weiter kommt man auf den 25. Dezember.

An diesem Tag feierten die Römer das Fest der unbesiegbaren Sonne. Einflussreiche Leute hielten es für klug, an diesem Tag ein christliches Alternativfest ins Leben zu rufen.

Auch wenn sich dieser Tag überall durchgesetzt hat (nur in der Armenischen Kirche feiert man den 06.01. als Geburtstag Jesu), so gibt es darüber keine Gewissheit.

Wenn man allerdings sagt, dass es kein Dezembertag gewesen sein könnte, weil da keine Schafe in Israel im Freien seien, mag man sich täuschen.  Ein Israelkenner schreibt jedenfalls dazu in dem Buch „Das Leben des Messias“: „Jedes Mal, wenn man jemanden so etwas sagen hört, wird zumindest eine Sache über den Redenden offenbar: Er war noch nie im Dezember in Bethlehem. Ich habe etliche Jahre in Israel gelebt und einige Male den Dezember in der Gegend um Bethlehem verbracht. Dort sind überall Schafe und Hirten. Es ist eine gute Zeit, Schafe zu weiden ... Dann kommt der Regen und im Dezember ist alles grün ... Daher ist es eine gute Zeit, Tiere zu weiden.“ Doch ob die Schafe auch nachts draußen waren und sind? Jedenfalls passt der Winter nicht so gut in das Konzept.

Manche finden es passend und wahrscheinlich, dass der Herr Jesus am großen Versöhnungstag geboren wurde, was zum damaligen Zeitpunkt der 3. Oktober gewesen sein könnte. Vor Mitte Oktober waren die Schafe gewiss auch nachts auf dem Feld.

Doch damit genug. Wir wissen es einfach nicht. Und wir brauchen es auch nicht zu wissen, da wir als Christen ohnehin keine Tage, Monate und Jahre (als religiöse Feste) zu beachten haben, wie Galater 4,10 zeigt.

Dies wissen wir: „Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu erretten, von denen ich der erste bin“ (1. Tim 1,15).

Gerrid Setzer