Wirklich sehr arm

Online seit dem 10.05.2009, Bibelstellen: 2. Korinther 8,9

Die meisten von uns sind es gewohnt, Bargeld mit sich zu führen. Schließlich will man sich auch mal zwei Laugenbrezeln beim Bäcker kaufen können oder einen Salatkopf im Dorfladen. Leute, die kein Geld dabei haben, sind (in der Regel) entweder vergesslich oder wirklich sehr arm.

Als der Herrn Jesus für sich und Petrus die Tempelsteuer zahlen wollte (um den Leuten keinen Anstoß zu geben), holte er das Geld nicht aus seinem Portemonnaie hervor. Nein, Petrus musste angeln gehen und den gewünschten Betrag aus dem Maul des Fisches entwenden (Mt 17,24–27). Dies zeigt einerseits die große Macht des Herrn, denn kein Mensch kann über einen Fisch verfügen, ihn trainieren oder gefügig machen. Anderseits zeigt es auch, wie arm der Herr Jesus hier auf der Erde war.

Einige Zeit später wollte der Meister anhand einer Steuermünze den großen Grundsatz verdeutlichen, dass man dem Kaiser geben soll, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist. Und auch hier zieht er das Geld nicht aus der Tasche, sondern lässt sich die Steuermünze von anderen zeigen (Mt 22,15–22).

Gibt es eine Stelle, die davon redet, dass der Herr Jesus etwas besessen hat? Er schlief auf einem Kopfkissen, das sicher anderen gehörte (Mk 4,38). Er bat eine verrufene Frau um einen Schluck Wasser (Joh 4). Brot und Fisch nahm er aus der Hand eines freundlichen Jungen entgegen (Joh 6). Er nutzte das Boot eines anderen, um besser zu den Menschen reden zu können (Lk 5). Er ritt auf einem Esel nach Jerusalem, der ihm nicht gehörte. Er wurde zum Essen eingeladen und er nahm diese auch Einladungen mehrfach an (Lk 7). Aber gehörten nicht wenigstens die Kleider, die er trug, ihm selbst? Ja, aber auch das wurde ihm noch geraubt.

„Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet“ (2. Kor 8,9). Christus war DER Arme, der viele reich machte (vgl. 2. Kor 6,10)!

Gerrid Setzer