Spendengelder

Online seit dem 12.08.2009, Bibelstellen: Markus 12,41-13,2

Wer Geld spendet, wird in aller Regel zusehen, dass er es in die Hände vertrauenswürdiger Leute legt. Denn schließlich möchte man, dass mit dem mehr oder weniger sauer verdienten Geld auch etwas Sinnvolles gemacht wird.

Doch selbst wenn die Spendengelder gewissenhaft eingesetzt werden, weiß man doch nicht, was daraus wird. Da wird durch Spendengelder ein Versammlungsraum in Indonesien errichtet – kurze Zeit später wird es niedergebrannt. War alles umsonst?

Und überhaupt: Machen sich ein paar Euros bemerkbar? Die versickern doch ohnehin im Niemandsland eines Verwaltungsapperates!

Denken wir an die Witwe, die zwei Scherflein in den Schatzkasten des Tempels legte! Was sie einlegte, war verschwindend gering. Und das Projekt, für das sie spendete, war nicht sehr langlebig. Einige Jahre später war von dem prächtigen Tempel nichts mehr übrig. Kein Stein blieb auf dem anderen (Markus 13,2)! Was bedeutete also ihre 0,01€-Spende [Fußnote 1]? Im Kassenbericht wird dieser Betrag vielleicht ganz weggelassen worden sein.

Sie bedeutete für den Sohn Gottes sehr viel. Er hat der Hingabe dieser Frau ein ewiges Denkmal gesetzt. Was sie getan hat, gerät nicht in Vergessenheit. Weder in dieser Zeit noch in der Ewigkeit. Gott sieht eben das Herz des Gebers und was er sich die Sache kosten lässt. Und auch der Lohn wird nicht ausbleiben. „Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten“ (2. Kor 9,6).

[Fußnote 1: In der Übertragung der damaligen Münzen wurde in der Elberfelder Übersetzung von der kleinsten Münze heute ausgegangen: dem Cent. Tatsächlich war der Betrag eines Scherfleins mehr als ein halber Cent, wenn man die vergleichen will. Ein Scherflein war der 64te Teil des Lohnes eines Tagelöhners.]

Gerrid Setzer