Genau lesen (75) – Sohn des Menschen im Himmel

Online seit dem 18.08.2009, Bibelstellen: Johannes 3,13

„Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, als nur der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen, der im Himmel ist“ (Johannes 3,13).  

Was bedeutet diese Aussage? Immer wieder wird dazu ungefähr Folgendes gesagt: „Der Herr Jesus war als Mensch auf dieser Erde. Doch gleichzeitig war er im Himmel. Denn er ist der Sohn Gottes – eine Person der Dreieinheit. Und diese Dreieinheit kann nicht ‚getrennt’ werden. Der Herr spricht hier natürlich von sich als dem Sohn des Menschen. Aber auch hier gilt: Seine Person kann nicht getrennt werden. Und so ist er der Sohn des Menschen, der heute und damals im Himmel ist. Letztlich stehen wir vor etwas Unergründlichem.“

Nun ist es zweifellos so, dass wir die Dreieinheit Gottes nicht verstandesmäßig erfassen können. Gewiss ist es auch wahr, dass es ein Band innerhalb der Dreieinheit gibt, das niemals zerrissen werden kann. Weder durch die Menschwerdung Christi noch durch seinen Tod. Wir erkennen auch, nach Matthäus 11,27, den Sohn nicht, der Gott und Mensch in einer Person ist.

Aber ist dies das Thema von Johannes 3? Wollte Christus Nikodemus darüber sprechen? Doch eher nicht. In dem Vers davor lesen wir, worum es geht: „Wenn ich euch das Irdische gesagt habe [das Reich Gottes und die Neugeburt], und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage?“ Es geht um das Verkünden der himmlischen Dinge!

Man könnte die Aussage des Herrn vielleicht einmal so erklären, umschreiben: Der Sohn des Menschen wird (nach seinem Tod und seiner Auferstehung) in den Himmel in seiner eigenen Autorität hinaufsteigen. Wenn er in den Himmel hinaufsteigt, ist klar, dass er vorher herabgestiegen ist. Und wer wäre besser in der Lage, das Himmlische zu reden, als der, der aus dem Himmel gekommen ist? Und nicht nur das. Er lebte auch als Mensch darin und hielt sich in den himmlischen Örtern auf. „So war es möglich, dass er als Mensch auf dieser Erde war und uns gleichzeitig das Himmlische in all seiner Frische offenbaren konnte“ (J.N. Darby).

Gerrid Setzer