Briefe an einen Neubekehrten (03)

Online seit dem 01.02.2010, Bibelstellen: 1. Johannes 1,9

Dein erster Fall

Lieber gläubiger Freund,

Nur wenige Tage, oder sogar Stunden, nach deiner Bekehrung wirst du entdecken, dass es viele Fallen für deine Füße gibt. Lass mich einige von ihnen nennen, damit du vorgewarnt und mit Gottes Hilfe auch gerüstet bist. Zunächst einmal ist es eine schlimme Zeit, wenn der erste Fall nach der Bekehrung vorkommt, besonders wenn du vorher in bestimmten bösen Gewohnheiten oder Sünden gefangen warst. Nicht einem von uns bleibt diese Erfahrung erspart.

Die Freude des Heils ist in unseren Herzen, eine glückliche Stunde folgt der anderen, und es scheint als ob es nie wieder Kummer oder Wolken auf unserem Weg geben könnte, und dann, plötzlich und unerwartet, liegen wir da! Ach, welch bittere Scham und Trauer erfüllt dann unsere Herzen, und wer weiß, vielleicht hat jemand diese Scham und Trauer gerade im Herzen, wenn er diese Zeilen liest. Möglicherweise wird alles dadurch noch verschlimmert, dass deine weltlichen Freunde es bemerkt haben und ihre Belustigung über deine Niederlage nur schwer verheimlichen können, und deine christlichen Freunde haben auch nicht allzu viel Mitgefühl. Du weißt nicht mehr, was du machen sollst.

Das ist die Gelegenheit für Satan. Er wird dir folgenden Rat geben: „Eine schöne Schweinerei hast du da angerichtet mit deinem Versuch, Christ zu sein. Wäre es nicht besser, sofort alles aufzugeben, bevor du noch mehr Schande über dich selbst und Unehre auf deinen Herrn bringst?“ Gerne wird er dich dazu bringen, Gott zu misstrauen. „Gib auf“ ist seine ständige Forderung.

Lieber Freund, lass dir sagen, was zu tun ist. Gib nicht auf, sondern beuge dich und fahre fort.

Beuge dich in Demütigung und Selbstgericht vor Gott, und erinnere dich daran: wenn du auch untreu geworden ist, er bleibt treu. Diese deine Sünde ist eine von vielen, für die Christus am Kreuz gelitten hat, und Er ist jetzt zum Himmel aufgefahren, um dort dein Sachwalter zu sein (vgl. 1. Joh 2,1). Gott ist immer noch dein Vater, und für dich gilt das Wort:

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er [der Vater] treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Joh 1,9).  

Beuge dich also und bekenne es Gott, und du wirst von Ihm, deinem Vater, Vergebung bekommen. Dieses Erlebnis wird eine reinigende Wirkung auf dich haben und du wirst mit größerem Vertrauen in Ihn und mit weniger Vertrauen in dich selbst weitergehen.

F.B. Hole