Zum Teil

Online seit dem 15.12.2009, Bibelstellen: 1. Korinther 11,18-19

Wenn die Korinther zusammenkamen, wurde nicht die Einheit der Christen offenbar, sondern Spaltungen. Die Kluft zwischen Arm und Reich machte sich bemerkbar. Nun hörte Paulus davon. Und obwohl es in Korinth viele Probleme gab, glaubte er das, was er hörte, nur zum Teil, wie es in 1. Koronther 11,18 ausdrücklich heißt.

Davon können wir etwas lernen. Wir wissen vielleicht, dass es in einer Versammlung (Gemeinde) Schwierigkeiten gibt, und sind deshalb sehr schnell geneigt, negativen Botschaften Gehör zu schenken. Doch wir sollten vorsichtig sein. Leider wird oft übertrieben und im Allgemeinen müssen wir von dem berichteten Bösen ein paar „Prozentpunkte“ abziehen. Im Geist der Gnade sollten wir nicht alles Negative annehmen, was uns berichtet wird. Paulus nahm darum einen Teil dessen, was berichtet wurde, nicht an. (Wenn er allerdings verlässliche Informanten hatte, sah die Sache etwas anders aus: 1. Korinther 1,11.)

Andererseits: Paulus glaubte auch einen Teil des Berichts. Er sah die Geschwister nicht mit der rosaroten Brille der Unnüchternheit. Und wir sollten das auch nicht tun. Wir sollten uns eines moralischen Urteils nicht entziehen, indem wir uns hinter dem populären, frommen Allzwecksatz verstecken: „Wir dürfen aber keinen verurteilen.“ Leider kommt Sünde vor – dieser Realität gilt es, ins Auge zu sehen.

Aber noch etwas lernen wir aus den Versen in 1. Kointher 11,18–19: Es gibt auch in Versammlungen, wo es Spaltungen und Streit gibt, in aller Regel „Bewährte“, das heißt solche, die nichts mit dem Streit und der Parteilichkeit zu tun haben. Gott wird dafür sorgen, dass diese Bewährten offenbar werden. Wir aber sollten uns hüten, vorschnell Geschwister einer ganzen Gemeinde in die Schublade „zerstrittener Haufen“, „unversöhnliche Geister“ und dergleichen zu stecken.

Gerrid Setzer