Gedanken zum Sabbat

Online seit dem 04.09.2011, Bibelstellen: 1. Korinther 8,5; Epheser 6,2

Das erste Mal finden wir den Sabbat unmittelbar nach der Schöpfung. Nach sechs Tagen ruhte Gott von seinen Werken am Sabbat (1. Mo 2,3). Diese Ruhe Gottes – die den wahren Charakter des Sabbats zeigt – finden wir nur hier. Später sagte der Sohn Gottes, dass sein Vater und dass er wirke (Joh 5,17).

Wir lesen im erste Buch Mose nicht, dass der Mensch den Sabbat halten sollte, noch dass er in eine Ruhe eingeführt wurde (Hebräer 4,4.5 macht klar, dass die „Ruhe“ noch nicht erreicht worden ist). Es vergingen mehrere hundert Jahre, ohne dass der Sabbat erwähnt wird. Vor der Flut, in der „alten Welt“, hat augenscheinlich niemand den Sabbat gehalten.

Wir finden den Sabbat erst, nachdem Israel aus Ägypten befreit worden ist (2. Mo 16). Der Sabbat wurde dem Volk Israel „gegeben“. Damit soll nicht gesagt werden, dass der Sabbat sich nur auf Israel bezieht. Aber es ist die Ruhe der ersten Schöpfung. Und Israel bekam das Sabbatgebot, weil es das Volk war, dass Gott in der „ersten Schöpfung“ unter Erprobung gestellt hat. Demgemäß wurde der Sabbat zum Bundeszeichen zwischen Gott und seinem irdischen Volk Israel (2. Mo 31,12.13). Sie sollten den Sabbat halten, weil sie ein für Gott abgesondertes (geheiligtes) Volk waren – und nicht um heiliger zu werden (Hes 20,12).

Als der Herr Jesus auf die Erde kam, sehen wir, wie der Sabbat gleichsam verschwindet. Christus war das „Ende des Gesetzes“, und so hat er viele Werke und Wunder gerade auch am Sabbat getan, sehr zum Verdruss der religiösen Führer. Der Schatten verschwand in dem vollen Licht der Offenbarung Gottes (vgl. Kol 2,16–17). Christus sollte in die wahre Ruhe einführen und dann gab es für das Bild dieser Ruhe keinen Platz mehr.

In der Apostelgeschichte und in den Briefen finden wir nirgends, dass Christen angehalten werden, den Sabbat zu halten. Im Gegenteil. In Kolosser 2,16.17 wird gezeigt, dass Christen mit dem „Schatten“ nichts mehr zu tun haben, weil in Christus die „Substanz“ gekommen ist. Und Galater 4,9–11 macht klar, dass es für Christen nicht angeht, dass sie bestimmte Tage einhalten.

Bemerkenswert ist, dass die zehn Gebote (2. Mose 20), die die unveränderlichen sittlichen Maßstäbe Gottes zeigen, im Neuen Testament angeführt und angedeutet werden. Eine Ausnahme davon bildet jedoch das Sabbatgebot – denn das ist ein zeremonielles Gebot. Es wird nirgends in dem Sinn erwähnt, dass Christen dieses Gebot irgendwie zu beachten haben. Hier eine Aufstellung zu den Geboten:

Erstes Gebot – 1. Korinther 8,5
Zweites Gebot – 1. Korinther 10,7.14
Drittes Gebot – Kolosser 3,8
Viertes Gebot – Sabbatgebot fehlt im NT
Fünftes Gebot – Epheser 6,2
Sechstes Gebot – Matthäus 5,22; 1. Johannes 3,16
Siebtes Gebot – Matthäus 5.28; Epheser 5,25
Achtes Gebot – Epheser 4,28; 1. Johannes 3,17
Neuntes Gebot – Epheser 4,25
Zehntes Gebot – Epheser 5,5; 1. Timotheus 6,10

Gerrid Setzer