Der Weg eines Christen

Online seit dem 04.07.2012, Bibelstellen: Jeremia 15,19

Der Weg eines Christen ist immer einfach. Es mag sein, dass sich inmitten der Christenheit vieles zeigt, was, mit dem Maßstab der Schrift gemessen, als böse bezeichnet werden muss, und dass solche, die wirklich Christen zu sein vorgeben, in Dinge verwickelt sind, die ernste Zweifel an der Echtheit ihrer Bekehrung entstehen lassen. Da gilt dann das Wort: „Der Herr kennt, die sein sind“, während für uns die Worte geschrieben stehen: „Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der Ungerechtigkeit!“ (2. Tim 2,19).

Als Jeremia einst über den Zustand der Dinge in seinen Tagen trauerte, wurde ihm gesagt: „Wenn du das Köstliche vom Gemeinen ausscheidest, so sollst du wie mein Mund sein. Jene sollen zu dir umkehren, du aber sollst nicht zu ihnen umkehren“ (Jer 15,19). Die Wahrheit verbreitet sich heute, und darüber können wir uns freuen. Wenn wir aber nicht nach der Wahrheit wandeln, so treiben wir nur Spiel mit religiösen Ansichten. Folgen wir der erkannten Wahrheit, so stellen sich uns freilich auf geistlichem Gebiet viele Schwierigkeiten entgegen. Da ist es zur Überwindung der Widerstände dieses Zeitlaufs nötig, dass die ganze Wahrheit unsere Herzen beherrscht; denn wir sind verantwortlich sowohl in Bezug auf den Namen des Herrn als auch auf die Lehre und auf uns selbst. Manche hören gern neue Wahrheiten, ohne daran zu denken, den schmalen Pfad der Wahrheit zu gehen. Da haben wir Geduld und Weitherzigkeit nötig, aber eine Weitherzigkeit, die nichts anderes als Christus im Auge hat.

Je dunkler die lange Nacht des Abfalls ist, desto heller leuchtet das Licht des Lebens für die, die im Lichte wandeln. Christus ist der Mittelpunkt, um den der Heilige Geist die Gläubigen versammelt. Er ist die gesegnete Person, die gestern und heute und in Ewigkeit dieselbe ist. Des Herrn Wunsch ist, dass wir diese Wahrheit verstehen, die uns frei macht von allen menschlichen Satzungen und Einrichtungen.

Indem diese Befreiung von unseren Herzen Besitz ergreift, bewirkt sie jene Absonderung, die dem heiligen Gott entspricht; mit der Freiheit oder Zügellosigkeit des Fleisches hat sie nichts zu tun.

John Nelson Darby