Gotterkenntnis und Selbsterkenntnis

Online seit dem 05.06.2013, Bibelstellen: Lukas 5,8-11

Als aber Simon Petrus es sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sprach: Geh von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr. Denn Entsetzen hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über den Fang der Fische, den sie gemacht hatten; ebenso aber auch Jakobus und Johannes, [die] Söhne [des] Zebedäus, die Genossen von Simon waren. Denn Entsetzen hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über den Fang der Fische, den sie gemacht hatten; ebenso aber auch Jakobus und Johannes, [die] Söhne [des] Zebedäus, die Genossen von Simon waren. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; von nun an wirst du Menschen fangen. Und als sie die Schiffe ans Land gebracht hatten, verließen sie alles und folgten ihm nach (Lk 5,8–11).

Als Petrus die Machtdemonstration des Herrn in dem Wunder des Fischzuges sah, wurde er sich der Größe und Herrlichkeit des Meisters bewusst. Das, was die Predigt des Herrn bei Petrus nicht bewirkte, bewirkt seine Wundertat. So die Herrlichkeit des Herrn „sehend“, wurde er sich auch seiner Sündhaftigkeit bewusst. Gotterkenntnis und Selbsterkenntnis hängen eben eng miteinander zusammen.

Was Petrus dann sagt und tut, scheint fast ein Widerspruch zu sein. Er fällt einerseits in seiner Spontanität zu den Füßen Jesu nieder und andererseits bittet er den Herrn, von ihm wegzugehen. Er merkt, dass er und dieser Herr nicht in dasselbe Boot passen. Und doch läuft er nicht davon; er will in der Nähe dieses Herrn sein und demütig seine Gnade empfangen.

Und wie reagiert der Herr? Er flößt ihm Mut ein und beruft ihn zum Dienst. Wer seine Sündhaftigkeit erkennt und zum Herrn kommt, wird Gnade empfangen. Wer aber seine Sündhaftigkeit nicht erkennt oder erkennt und davonläuft, der wird einmal das Wort des Herrn hören: „Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer“ (Mt 25,41).

Eine ähnliche Situation finden wir bei dem Propheten Jesaja, der Gott im himmlischen Heiligtum erblickte und dann ausrief: „Wehe mir! Denn ich bin verloren; denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen“ (Jes 6,1–7). Doch die Sünde Jesajas wurde gesühnt und er durfte im Namen des Herrn ausgehen.

Ja, der rechte Blick auf ihn und auf uns ebnet den Weg zum Dienst für Christus!

Gerrid Setzer