Immer wieder: Gnade und Friede

Online seit dem 09.04.2014, Bibelstellen: Römer 1,7

In allen Briefen wünscht der Apostel Paulus allen Briefempfänger zu Beginn Gnade und Friede. Auch wir sollten das anderen wünschen und entsprechend für sie beten. Oft wünschen und beten wir für mehr profane und äußere Dinge.

Und wir sollten uns bewusst sein, dass wir Gnade und Friede nötig haben. Wir haben es nötig, dass Gott uns etwas zuwendet – wir sind auf sein Wirken angewiesen und kommen allein nicht voran. Und es ist nötig, dass Gott es aus freien Stücken und in Liebe tut; wenn er nur auf dem Boden der Gerechtigkeit mit uns handeln würde, dann wäre uns durchaus nicht immer geholfen.

Gott will uns Gnade und Frieden schenken. Aber es ist unsere Verantwortung, alles wegräumen, was den Strom der Gnade und des Friedens hemmt. Dazu gehört der Stolz – denn Gott widersteht dem Hochmütigen, dem Demütigen aber gibt er Gnade (1. Pet 5). Dazu gehören die Sorgen, die nicht vor den Thron der Gnade gebracht werden und den Frieden des Herzens verhindern, der allen Verstand übersteigt (Phil 4).

Sehen wir uns die Inhalte der paulinischen Briefe einmal kurz an und überlegen, wo hier Gnade und Friede besonders nötig war. (Es sei noch erwähnt, dass die meisten neutestamentlichen Schreiber ähnliche Segenswünsche verwendet haben, nur Jakobus verzichtet ganz darauf.)

Römer: Hier waren Gläubige aus dem Judentum und aus dem Heidentum vereint. Das führte zu Reibereien im Blick auf Bindungen an gesetzliche Vorschriften. Gnade ist nötig, um Schwache und Starke zusammenzuhalten, und Friede ist in solchen Spannungen nötig.

1. Korinther: In Korinth gab es tausend Schwierigkeiten. Das Erste, was Paulus anspricht, waren die Spaltungen und der Parteigeist. Brüder wurden auf den Sockel gehoben. Hier war Gnade und Friede nötig.

2. Korinther: In Korinth wurden Brüder auch herabgewürdigt, so wurde sogar der Apostel Paulus diskreditiert. Falsche Apostel trieben ihr Unwesen. Gnade und Friede!

Galater: Falsche Brüder predigten die Beschneidung und das Gesetz. Dadurch wurde das Evangelium in Frage gestellt. Inmitten dieser Verwirrung braucht man Gnade und Frieden.

Epheser: Die Versammlung stand gut. Der Apostel musste keine spezifischen Probleme ansprechen. Dennoch war es nötig, dass ihnen Gnade und Friede gewährt würde.

Kolosser: In dieser Versammlung verursachte einerseits Philosophie und andererseits Traditionalismus Schwierigkeiten. Aber durch die Gnade konnte man das Abbiegen nach rechts und links verhindern und sich den Frieden bewahren.

1. Thessalonicher: Die junge Versammlung erlebte Verfolgung. Die Christen standen in Gefahr, wankend zu werden; sie brauchten die Gnade und Gott musste Frieden in ihre Herzen senken.

2. Thessalonicher: Falsche Lehren im Blick auf den Tag des Herrn rüttelten an dem Glaubensfundament. Im ersten Brief im Blick auf die Gestorbenen und im zweiten Brief im Blick auf die Lebenden. Es war nötig: Gnade und Friede!

1. Timotheus: Timotheus sollte für Ordnung im Haus Gottes sorgen. Das war keine einfache Aufgabe. Er benötigte Gnade (sowie Barmherzigkeit) und Friede, um diese Aufbauarbeit zu leisten.

2. Timotheus: Timotheus sollte angesichts der Unordnung im Haus Gottes ein richtiges Verhalten an den Tag legen. Er benötige Gnade (sowie Barmherzigkeit) und Friede für die Verteidigungsarbeit.

Titus: Titus war in Kreta, um das, was noch mangelte, in Ordnung zu bringen und um die gesunde Lehre hochzuhalten. Auch er benötige Gnade und Friede für seine verantwortungsvolle Arbeit.

Philemon: Philemon und seine Frau Apphia brauchten im Blick auf ihre beruflichen Schwierigkeiten – eine Arbeitskraft war „abhanden gekommen“ – Gnade und Friede, um sich nun recht zu verhalten.

Ob es um unseren gemeinsamen Weg oder um unseren persönlichen geht, wir brauchen Gnade und Friede von unserem Gott und Herrn.

Gerrid Setzer