Die Frucht des Baumes – die Sünde (2)

Online seit dem 17.03.2014, Bibelstellen: Römer 1,1-3,26

Kein Unterschied

Die Gnade Gottes begegnet uns genau da, wo wir sind, und begegnet allen Menschen gleich, seien es Juden oder Heiden, Philosophen oder einfache Leute. Die gesamte Rasse des Menschen ist schuldig vor Gott. „Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt“ (Rö 3,22.23). „Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus gegen alle und auf alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied.“ Alle sind gleichermaßen im Ruin – alle sind gleichermaßen Gegenstand des Heilmittels.

Das gerechte Urteil Gottes über den Menschen: „dem Gericht Gottes verfallen“ (Rö 3,19).

Das gerechte Heilmittel Gottes für den Menschen: das Blut seines Sohnes (Rö 3,25).

Die Aussage Gottes über die Kraftlosigkeit des Menschen in seinem verlorenen Zustand: „Aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden“ (Rö 3,25).

Die Aussage Gottes über die Gnade für den Menschen in seinem verlorenen Zustand: „Umsonst gerechtfertigt durch Seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist“ (Rö 3,24).

Also verdammt die Gerechtigkeit und auf der Grundlage der Gerechtigkeit rechtfertigt Gott.

Gerechtigkeit ist das Fundament, auf das die Gnade gebaut ist.

Gott vergibt in Gerechtigkeit; Gott rechtfertigt in Gerechtigkeit; Gottes Evangelium offenbart seine Gerechtigkeit.

Unsere Schuld ruft nach einem gerechten Gericht; das Blut des Sohnes Gottes ist die gerechte Antwort auf unsere Schuld. Als Jesus den Platz des Sünders auf dem Kreuz einnahm, verbarg Gott in seiner Gerechtigkeit sein Angesicht vor Ihm. Als der Herr das Werk vollbracht hatte, auferweckte Gott Ihn in Gerechtigkeit aus den Toten und setzte ihn zu seiner Rechten in der Herrlichkeit. Und jetzt stellt Gott dem Glaubenden seinen Sohn vor „als Sühnmittel durch den Glauben an sein Blut, zur Erweisung seiner Gerechtigkeit … dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist“ (Rö 3,25.26).

Auf wen ist die Gerechtigkeit Gottes?

Bedenken wir gut, dass nach dem Urteil der göttlichen Gerechtigkeit selbst die moralisch und religiös am höchsten stehenden Menschen mit dem gemeinen Volk zusammen in die Hölle erniedrigt werden: „Denn es ist kein Unterschied“ – unterschiedliche Grade der Entfernung von Gott werden nicht mehr in Betracht gezogen. Da sich also keiner die Gunst Gottes verdienen kann, fließt die Gnade allen umsonst zu. Christus hat die göttliche Gerechtigkeit vollkommen befreidigt. Gott selbst ist die Quelle seines Evangeliums, sein Sohn ist dessen Inhalt und das Kreuz der Kanal, durch den es zu uns gelangt.

Die Gerechtigkeit Gottes ist „gegen alle“, sie richtet sich an alle Menschen; aber sie ist gleichzeitig beschränkt auf die Zahl derer, deren Herzen sich daran erfreuen, denn sie ist „auf alle, die glauben“. Der Mensch selbst ist dadurch als Fruchtträger komplett beiseitegesetzt, wird als hilflos und total schlecht angesehen. Doch Gott hat in Christus eine Gerechtigkeit für den Menschen bewirkt, und jeder, der gleubt, empfängt die Segnung. „Darum ist es aus Glauben, damit es nach Gnade sei.“ Das Blut Jesu hat dem gerechten Gott die vollkommene Antwort für die Sünde all derer gegeben, die glauben. Durch dieses Blut spricht Gott in seiner Gnade diejenigen, die glauben, gerecht. Gott rechtfertigt solche durch das Blut seines Sohnes.

H. Forbes Witherby