Der Prophet Daniel war bereit, Botschaften des Gerichts zu überbringen. Das sehen wir sehr deutlich in Daniel 4. Das hatte er im Blick auf die Weltreiche schon vorher getan (Dan 2); und auch nach dem Ereignis in Kapitel 4 schweigt Daniel nicht und kündigt Gericht an (z.B. bei Beltsazar in Dan 5).

Daniel spricht nicht einfach von Gericht über den Baum, von dem Nebukadnezar geträumt hatte, und überlässt Nebukadnezar die Anwendung; nein, er macht in Daniel 4,19 ganz klar, dass es wirklich um Nebukadnezar ging (so auch schon in Dan 2,38). Darin ähnelt er Nathan, der auch einem Herrscher, nämlich David, glasklar seine Sünde vorhielt.

Doch damit nicht genug. Daniel sprach nicht nur von Gericht, sondern er gab auch einen Rat (Dan 4,24). Und dieser Rat hatte es in sich: Nebukadnezar soll mit seinen Sünden brechen! Daniel redet also auch über die Ursache des Gerichts und bringt dadurch noch mehr Klarheit in die Gerichtsbotschaft hinein.

Wenn Menschen die Botschaft ablehnen, so kommt Gericht. Hier geschah es nach dem Wort: „Lass ihn noch dieses Jahr!“ Denn nach einem Jahr kam das Gericht (Dan 4,26): Nebukadnezar verlor seinen Posten und seinen Verstand. Das angekündigte Gericht war gekommen! Gottes Wort hatte sich als wahr erwiesen und Daniel als ein treuer Zeuge.

Auch wir haben die Aufgabe, den Menschen die Gerichtsbotschaft Gottes klarzumachen.