Die Herrlichkeit des Sohnes Gottes (01)

Online seit dem 25.06.2014, Bibelstellen: Hebräer 1,1

Der Brief an die Hebräer ist ein Brief von ausnehmender Schönheit. Obwohl er in erster Linie an Gläubige aus den Juden gerichtet ist und für sie eine besondere Bedeutung hat und noch haben wird, enthält er doch für uns auch eine Fülle von Kostbarkeiten. Das große Thema dieses Briefes ist der Vorzug des Christentums vor dem Judentum. Und um die Gläubigen aus den Juden dahin zu bringen, diesen Vorzug zu erkennen, zeigt der göttlich inspirierte Autor, wie die Person des Herrn Jesus und sein Werk mit allen seinen Ergebnissen die Schatten und Vorbilder des Alten Testaments nicht nur erfüllen und ihnen ihre tiefste Bedeutung verleihen, sondern auch bei weitem übersteigen.

Es ist ja oft gerätselt worden, wer wohl der Autor dieses Briefes ist und warum er sich nicht vorstellt. Ich habe keinen Zweifel daran, dass der Brief aus der Feder des Apostels Paulus stammt. Ein Beleg dafür könnte 2. Petrus 3,15 sein. Aber wenn wir das Thema dieses Briefes bedenken und dann erkennen, dass der Heilige Geist den Schreiber beauftragt hat, den Brief direkt mit einer Beschreibung der Herrlichkeit der Person des Herrn Jesus zu beginnen, dann verstehen wir, wie unangemessen es gewesen wäre, wenn der Schreiber seine eigene Person noch vorangestellt hätte.

In den ersten drei Versen finden wir eine siebenfache Herrlichkeit des Sohnes Gottes und in den Versen 4–14 finden wir sieben Zitate aus dem Alten Testament, die uns zeigen, dass der Name des Sohnes Gottes weit vorzüglicher ist als alle Namen von Menschen und Engeln.

Darby beginnt in seiner englischen und französischen Bibelübersetzung im ersten Vers mit Gott. Gott hat geredet. Seit Beginn der Menschheit hat Gott sich offenbart. Er hat es auf vielerlei Weise und vielfältig getan. Doch bevor der Sohn Gottes auf diese Erde kam, war es eine bruchstückhafte Offenbarung. Gott hatte viele Methoden, viele Personen benutzt um sich zu offenbaren in Hosea 12,11 lesen wir: „Und ich habe zu den Propheten geredet, ja, ich habe Gesichte vermehrt und durch die Propheten in Gleichnissen geredet.“ Aber welch ein Wechsel fand statt, als der Sohn kam. Das Weglassen des Artikels vor „Sohn“ zeigt, dass hier nicht nur gemeint ist, dass der Sohn Gottes das Wort Gottes geredet hat, sondern dass er das Wort selbst ist, der sichtbare und hörbare Ausdruck der Gedanken Gottes. Gott selbst kam in der Person des Sohnes auf die Erde und offenbarte sich, und das nicht mehr bruchstückhaft sondern vollkommen. Nach 400 Jahren des Schweigens Gottes redet Er wieder und zwar so wie er noch nie geredet hat. Er redet im Sohn.

Marco Leßmann