Gott beim Wort nehmen (02)

Online seit dem 28.09.2014, Bibelstellen: Lukas 12,22-31

Innere Gefühle und Gemütslagen, egal ob positive oder negative, zeigen sich auch äußerlich: In unseren Worten, in unserer Gestik und Mimik, und eben auch in unseren Handlungen. Wer Sorge hat zu verhungern, der wird danach trachten Nahrung zu bekommen – nicht nur für den täglichen Bedarf, sondern auch darüber hinaus.

Für solche, die nicht Kinder Gottes sind, die Gott nicht als ihren Vater kennen, ist so ein Trachten und Sorgen normal (Lk 12,30). Aber für uns, die wir Kinder Gottes sind, die wir wissen, was Gott für uns getan hat und welche Versprechen Er uns gemacht hat – ist das für uns auch normal? Der Herr sagt: „Und ihr, trachtet nicht danach, was ihr essen oder trinken sollt und seid nicht in Unruhe“ (Lk 12,29). Nein, für uns ist das eben nicht normal, wenn wir uns um Nahrung und Kleidung sorgen, wenn wir danach trachten. Warum nicht? Weil wir einen himmlischen Vater haben der weiß, was wir nötig haben (Lk 12,30) und der für uns besorgt ist (1. Pet 5,7).

Das bedeutet nicht, dass ich jetzt die Hände in den Schoß lege. Wenn Gott uns eine Arbeit gegeben hat, dann müssen wir dieser verantwortungsvoll nachgehen (Eph 4,28; 2. Thes 3,7–12; 1. Thes 2,9; 4,11). In diesem Sinn sorgen wir für uns und die Menschen, die Gott uns anvertraut hat. Gerade, wenn der Herr uns eine Familie gegeben hat, stehen wir dieser nicht nur geistlich, sondern auch materiell vor. Aber dass ich meiner Arbeit gewissenhaft und verantwortungsvoll nachgehe, widerspricht nicht dem Gedanken, nicht für Nahrung, Kleidung und sonstige Dinge, die wir benötigen, besorgt zu sein, d.h. darum Angst zu haben, nicht genug zu haben. Jemand kann sehr wohl für Kleidung und Nahrung sorgen, indem er Geld verdient und die Dinge einkauft, aber ist dennoch nicht um sie besorgt.

Es gibt etwas wonach wir trachten sollen: „Trachtet jedoch nach seinem Reich, und dies wird euch hinzugefügt werden“ (Lk 12,31). Das ist ein wunderbares Versprechen! Der Herr fordert uns auf, um Seine Dinge, um Seine Belange besorgt zu sein. Aber wenn wir das tun, dann brauchen wir gleichzeitig nicht um unsere Bedürfnisse besorgt zu sein. Wir sollen uns um Seine Angelegenheiten kümmern und Er wird für uns sorgen. Wir können das mit einem Adligen vergleichen, der seinen Knechten in seinen Ländereien verschiedene Aufgaben gibt. Er sagt ihnen gleichfalls: „Ihr kümmert euch um meine Felder und Wälder und um mein Vieh. Konzentriert euch ganz darauf und um nichts anderes! Seid nicht besorgt was ihr essen oder trinken, oder welche Kleidung ihr tragen sollt – dafür werde ich Sorge tragen.“ Diese Knechte werden ganz bei der Sache sein, sie werden ganzen Eifer an den Tag legen, denn sie wissen, dass ihr Herr für sie sorgen wird. Die Menschheitsgeschichte hat gezeigt, dass solche Herren sehr selten sind. Aber wir dürfen genau so einen Herrn haben. Er hat es versprochen und Er wird es auch tun. Wir hingegen wollen tun, was er uns sagt und ihm beim Wort nehmen – wir vertrauen, dass er seine Verheißung auch ausführen wird.

(Fortsetzung folgt)

Friedemann Werkshage