Römer 5,1-11 (01)

Online seit dem 16.03.2015, Bibelstellen: Römer 5,1

Der Apostel Paulus beginnt dieses wunderbare Kapitel mit dem Satz: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind“. Es wäre schon etwas Großartiges gewesen, hätte Gott uns nur unsere Sünden vergeben. Doch Rechtfertigung geht viel weiter: Wenn Gott einem Sünder seine Sünden vergibt, dann rechnet er sie ihm nicht mehr an und es folgt kein Gericht mehr. Aber der Sünder steht immer noch als ein Sünder vor Gott. Doch gerechtfertigt steht er als ein Gerechter vor Gott. Gott sieht uns so, als ob wir niemals gesündigt hätten. Das ist eine völlig andere Beziehung. Nicht nur richtet Gott nicht mehr, sondern er kann nach der ganzen Freigiebigkeit seines Herzens segnen.

Die Rechtfertigung ist …

  • nicht etwas Zukünftiges, etwas, was wir noch erreichen werden, sondern wir sind jetzt bereits gerechtfertigt worden.
  • nicht etwas, was wir wieder verlieren können. Unsere Stellung vor Gott ist unverlierbar, denn Gott selbst ist es, der uns gerechtfertigt hat (Rö 8,34).
  • auch nicht etwas, was wir uns selbst erarbeiten können. Sie ist umsonst (Rö 3,24) und kann uns nur „aus Glauben“ zugesprochen werden. „Dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist“ (Rö 3,26).
  • allein durch das Werk des Herrn Jesus am Kreuz möglich. „Und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist; den Gott dargestellt hat als ein Sühnmittel durch den Glauben an sein Blut“ (Rö 3,24.25).

Aus der Tatsache, dass wir gerechtfertigt worden sind, ergeben sich drei herrliche Ergebnisse für uns:

  • Was unsere Vergangenheit angeht, so haben wir Frieden mit Gott, durch unseren Herrn Jesus Christus (Rö 5,1b). Noch vor dem Kreuz sagte der Herr seinen Jüngern: „Frieden lasse ich euch“ (Joh 14,27a), und diesen Frieden mit Gott hat er schließlich „durch das Blut seines Kreuzes“ gemacht (Kol 1,20; Eph 2,14). Wie unsere Rechtfertigung so ist auch der Frieden mit Gott nichts Zukünftiges, sondern wir haben ihn bereits (Rö 5,1). Dieser Friede mit Gott ist „durch unseren Herrn Jesus Christus“ – seine Grundlage wurde am Kreuz gelegt. Es ist daher ein Friede, der für uns und vollkommen außerhalb von uns gewirkt wurde und daher, abgesehen von der Annahme des Werkes des Herrn Jesus, nicht von unserem Verhalten abhängt (vgl. Phil 4,4; praktischer Friede in den Umständen, der aber von unseren Gebeten abhängt).
  • In der Gegenwart haben wir Zugang zu der Gnade, in der wir stehen (Rö 5,2a). Als „Söhne des Ungehorsams“ (Eph 2,2), als Gottlose und Ungerechte hatten wir allein den Zorn Gottes zu erwarten (Rö 1,18). Nun aber, da wir in Christus sind, ruht Gottes Auge auf uns mit Wohlgefallen. Wir dürfen nun in der Gunst Gottes stehen und haben in dem Herrn Jesus Zugang zu der Gnade Gottes, um tagtäglich von ihr Gebrauch zu machen. Das ist ein bedingungsloses Vorrecht aller Gläubigen.
  • In Bezug auf unsere Zukunft rühmen wir uns der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes (Rö 5,2b). Nicht das 1000-jährige Reich (Jes 2,4; 11,5.6; 55,13; Rö 8,19–22) hier auf der Erde noch eine „neue Erde und neue Himmel“ (Off 21,1; 2. Pet 3,10.13) sind unser Ziel. Wohin Gott uns, als Endergebnis seiner Rechtfertigung, bringt, ist seine eigene Herrlichkeit, wo wir mit Christus sein werden. Dieses Ziel ist in der Tat noch zukünftig, deswegen aber nicht weniger sicher. Diese Hoffnung ist nichts Ungewisses. Weil Gott es uns in seinem Wort verspricht, wissen wir, dass es, aber nicht, wann es kommen wird. Dennoch darf die Erfüllung dieses herrlichen Ergebnisses unserer Rechtfertigung schon jetzt in freudiger Erwartung seine Strahlen auf unseren Weg werfen.

Dank sei unserem Gott und Vater, in dessen Herzen es war, uns so Herrliches in seinem Sohn zu geben!

Friedemann Werkshage