Welch eine Liebe! (4)

Online seit dem 19.12.2015, Bibelstellen: 1. Johannes 3,2

Also, wir kehren zurück zum Text: „Es ist noch nicht offenbar geworden [oder offenbart worden], was wir sein werden”. Es gibt also Dinge, die die Welt noch nicht kennt, die die Welt noch nicht gekannt hat, die auch vor der Welt nicht offenbart sind. Da gibt es allerlei zu bedenken.

Der Vers wird oft missverstanden, auch von lieben Christen. Wenn es hier heißt: „es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden”, das wird dann so verstanden, als würden wir heute noch nicht wissen, was wir einmal sein werden, es ist noch nicht offenbar geworden. Aber ich sage noch einmal, der Ausdruck meint:”Es ist noch nicht vor der Welt offenbart worden”. Wir wissen es schon, liebe Geschwister, wir wissen sogar sehr viel über das, was wir sein werden. Ist nicht gerade unser Brief hier, ist nicht gerade unsere Stelle, die wir behandeln, der beste Beweis dafür, dass wir erfahren, was wir sein werden? Steht nicht hier nachher: „Wir werden ihm gleich sein”? Gibt es eine höhere Segnung überhaupt als die? Gott sagt uns, was wir sein werden.

Lasst mich mal so aus dem Kopf schnell ein paar Gedanken sagen zu dem Punkt: „Es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden”. Wenn wir Offenbarung 4 lesen zum Beispiel, da sehen wir die 24 Ältesten mit goldenen Kronen auf den Häuptern. Das ist heut noch nicht! Wir wissen, dass das uns geschenkt wird, aber die Welt hat es noch nicht gesehen und wir haben die Stellung auch noch nicht. Was wir sein werden, ist noch zukünftig. Oder wir denken auch an das weiße Kleid der Braut bei der Hochzeit des Lammes, oder ich denke an das wunderbare Erbteil, unverweslich, unverwelklich, das im Himmel für uns aufbewahrt ist (1. Petrus 1) – viele Dinge werden uns in der Schrift gezeigt. In Römer 8,23, wird gesagt: „Wir seufzen hier, erwartend die Sohnschaft” – Doppelpunkt – „die Erlösung unseres Leibes”. Das ist auch noch etwas, worauf wir warten. Wie viel Herzeleid, liebe Freunde, ist in unserer Mitte, wie viel Krankheit, wie viel erschütterndes Kranksein! Nicht unter alten Leuten bloß, unter ganz jungen schon. Gott hat das so gemacht, das müssen wir aus seiner Hand nehmen. Dieses Leben ist mit großer Not versehen, aber das andere liegt vor uns. Ich komme noch darauf zurück mit Gottes Hilfe.

„Es ist noch nicht offenbart worden”. „Wir wissen, dass, wenn es offenbar werden wird, wir ihm gleich sein werden”. Ich habe schon gesagt, das ist die höchste Segnung, dem Herrn Jesus gleich sein. Heute sind wir ihm noch nicht gleich, aber dann werden wir es sein! Wisst ihr, wir haben ja gelesen: „Wir werden Jesus sehen, wie er ist”. Aber das setzt voraus, dass wir vorher ihm gleich gemacht worden sind. Das können wir also jetzt nicht klar genug erkennen. Wir sind heute noch nicht ihm gleich, das sagt die Schrift nirgends! Aber wir werden ihm gleich sein. Um ihn zu sehen, wie er ist, müssen wir einen neuen Leib haben, müssen ihm, unserem Heiland, auch was den Leib angeht, gleichgemacht werden.

In 1. Korinther 15,51 heißt es: „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis, wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden in einem Nu”. Ich möchte zusammenfassend zu diesem Punkt sagen, wann das geschieht. Das geschieht ganz ohne Frage, wenn der Herr Jesus kommt zur Entrückung der Gläubigen. Dann werden wir ihm gleich gemacht! Und wenn wir ihn dann sehen, dann sind wir bereits so wie er. Es hat einmal ein Bruder gesagt: „Um in den Himmel einzutreten, müssen wir ihm gleichgemacht werden, und um aus dem Himmel herauszutreten, müssen wir auch ihm gleich sein”. Wir werden ihm gleich sein!

Kolosser 3,3 sagt uns, dass heute unser Leben in Christus verborgen ist in Gott. Liebe Geschwister, unser Leben, das haben wir, aber es ist verborgen. Weder die Welt noch sonst jemand sieht es. Der Augenblick kommt, wo der Herr Jesus offenbar werden wird und wir mit ihm, und dann werden wir ihm völlig gleichgemacht sein.

Bei dem Punkt möchte ich noch ein klein wenig verharren. Auch 1. Korinther 15,50 sagt Paulus uns, dass wir mit dem Körper, den wir heute haben, nicht das Reich Gottes sehen können: „Dies aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können, und auch die Verwesung nicht die Unverweslichkeit”. Das hat mit Sünde nichts zu tun, wenn hier Fleisch und Blut steht, es meint den Körper in seiner natürlichen Form. Dieser natürliche Körper, auch der eines Gläubigen, ist nicht in der Lage, die Herrlichkeit des Herrn Jesus zu ertragen. Es kann nicht sein, dass der Körper das Reich auf der anderen Seite ertragen könnte.

Aber dann wird in Vers 49 gesagt: „Wie wir das Bild dessen von Staub getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen”. Hier sehen wir: Wir werden ihm gleichgemacht sein. Wir haben hier das Bild des ersten Adam getragen, und dann werden wir sein Bild tragen – das Bild des Herrn Jesus.

Und die Stelle in Kapitel 3 des Philipperbriefes ist uns ja allen gut bekannt, aber ich möchte sie trotzdem lesen, um zu erklären, was Gott mit uns tun wird, damit wir den Herrn Jesus sehen können, wie er ist. Lasst mich bitte mal Philipper 3 lesen. Gewaltige Worte dort am Ende, Vers 20: „Denn unser Bürgertum ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen”. Welch eine erhabene Sprache! Wir warten auf den Herrn Jesus als Heiland. Heiland der Seele ist er heute schon für uns, aber der Heiland des Körpers, das heißt der Erretter des Körpers, der den Körper völlig umwandeln wird, wie wir gelesen haben – in einem Nu wird das vor sich gehen! –, dieser Körper muss ihm gleichmacht werden, „zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit”.

Das sind jetzt nur einige der Stellen, die davon sprechen, auf welche Weise wir dem Herrn Jesus gleich gemacht werden, ehe wir ihn sehen werden.

[Nach einem Vortrag]

Christian Briem