Welch eine Liebe! (5)

Online seit dem 21.12.2015, Bibelstellen: 1. Johannes 3,2

Aber dann werden wir ihn sehen! Und die Beschreibung ist so knapp, im Griechischen zwei Wörter, im Deutschen sind es drei: „Wie er ist”.

Das ist mehr, als wenn er sagen würde: „Was er ist”. Wir können auch nicht verstehen, was er ist, aber noch weniger, „wie” er ist. Ich denke in dieser Verbindung gerne an das Haus seines Vaters, Johannes 14, wo der Herr Jesus sagt: „Wo ich bin”, da sollen auch wir sein. Er sagt nicht „im Himmel”, er sagt nicht „im Hause meines Vaters sollt ihr sein”, er sagt: „Wo ich bin”! Diese drei Wörter, im Griechischen auch nur zwei, haben uns schon oft beglückt. Liebe Freunde, „wo ich bin”, da ist der Himmel, oder nicht? Doch! Und wir werden ihn sehen, wie er ist!

In 1. Korinther 13 wird gesagt, dass wir alles nur bruchstückartig erkennen, Stück für Stück, aber das Vollkommene würde kommen, und dann kommt dieser Satz: „Und wir”, das „ihn” setz ich jetzt mal in Klammern dazu, „wir werden ihn erkennen, wie wir erkannt worden sind”, das heißt, in einer absoluten Weise. Wir werden den Herrn Jesus in absoluter Weise erkennen, und auch die Wahrheit Gottes in absoluter Form. Was will das sagen? Oh, Brüder und Schwestern, wir werden einmal die Wahrheit Gottes nicht nur Stück für Stück nacheinander kennenlernen, wir werden die Wahrheit Gottes auf einen Blick vor uns haben. Das kann kein Mensch verstehen, aber es wird so sein. Wenn das Vollkommene gekommen sein wird, dann werden wir ihn erkennen, in vollkommenen Maße.

Eine Stelle möchte ich mal schnell noch beifügen. Wir sind heute also noch nicht ihm gleich, das geht gar nicht, haben wir jetzt hoffentlich verstanden, aber es gibt einen Vorgang, der in 2. Korinther 3 beschrieben wird. Ich würde gerne deutlich machen, dass das etwas anderes ist, als was wir hier im Johannesbrief haben. Bitte mal, 2. Korinther 3 gegen Ende, da wird gesagt, Vers 17: „Der Herr aber ist der Geist. Wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit. Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bild, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit als durch den Herrn, den Geist”. Liebe Geschwister, hier haben wir einen Prozess, der heute abläuft! In dem Maß, wie wir uns mit dem verherrlichten Herrn beschäftigen – und ich bin der Meinung, dass wir es zu wenig tun, dass wir viel zu wenig bedenken, dass der Herr Jesus verherrlicht im Himmel zur Rechten Gottes ist. Das ist uns nicht nahe genug, möchte ich meinen. Aber hier werden wir ermuntert, auf den Herrn zu schauen, und indem wir das tun, werden wir verwandelt. Das ist hier eine Verwandlung in sein Bild, dann werden wir sittlich gesehen ihm ähnlicher werden, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Es ist nicht unser Gegenstand, ich wollte es aber gerne gesagt haben, dass 2. Korinther 3 uns die sittliche Ähnlichkeit zeigt, nicht die absolute Sicht aus 1. Johannes 3.

Ich muss zum Schluss eilen, „wir werden ihn sehen, wie er ist”. Da haben manche Komplexe oder Schwierigkeiten. Sie sagen: „Es steht aber geschrieben” – und das ist so, 1. Timotheus 6 – „dass keiner Gott je gesehen hat noch sehen kann. Gott, der ein unzugängliches Licht bewohnt”. Das steht geschrieben. Hier aber heißt es: „Wir werden ihn sehen, wie er ist”. Widerspricht sich das? Nein! Gott als solchen kann niemand sehen. Auch wir nicht, auch nicht im Himmel. Gott in seiner Absolutheit, wohl gemerkt, ist nicht sichtbar für das Geschöpf. Er bewohnt ein unzugängliches Licht. Und jetzt hier, in 1. Johannes 3 – und nicht nur hier! –, lernen wir eine neue Offenbarung, dass Gott außerhalb des unzugänglichen Lichtes sich offenbart. Brüder, das macht uns glücklich! Gott offenbart sich als Vater im Herrn Jesus, so dass der Heiland zu Philippus sagen kann: „Du hast doch mich gesehen. Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige mir den Vater?”. Liebe Geschwister, Gott offenbart sich außerhalb dieses unzugänglichen Lichtes in der Person seines Sohnes, und das ist so beglückend, dass ich meine, es ist die größte Segnung, die wir kennen. Im Hause des Vaters, liebe Freunde, werden wir auch den Vater sehen. Wirklich? Werden wir den Vater sehen? Ja! In dem Herrn Jesus werden wir den Vater sehen. Was der Herr zu Philippus sagte, wird auch dann wahr werden.

In der Offenbarung, am Ende, wo die himmlische Stadt Jerusalem gezeigt wird, da wird gesagt, dass die Stadt nicht des Lichtes bedarf (Kapitel 21,23): „Die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, auf dass sie ihr scheinen, denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Lampe ist das Lamm”. Liebe Geschwister, die Offenbarungen Gottes werden uns durch das Lamm in Ewigkeit geschenkt sein.

[Nach einem Vortrag]

Christian Briem