Die christliche Visitenkarte - Teil 1: Sprache

Online seit dem 21.04.2016, Bibelstellen: Mt 5,37

Im Wort Gottes werden die wahren Christen als Licht und Stadt auf dem Berg bezeichnet (s. Matthäus 5,14). Dies meint, dass unser Christ-Sein nach außen hin zum Guten sichtbar wird – und das umfasst viele Bereiche unseres Lebens. So auch unser Reden (und Schreiben) und der Umgang mit Gehörtem und Gelesenen. Als Richtschnur dürfen uns dazu einige Verse aus dem Neuen Testament dienen.

Matthäus 5,37: Es sei aber eure Rede: Ja, ja; nein, nein; was aber mehr ist als dieses, ist aus dem Bösen.

Dieser Vers bedeutet ganz eindeutig nicht, dass wir uns in binärer Sprache unterhalten sollen, sondern er bezieht sich auf die Glaubwürdigkeit unseres Redens. Wenn ich „ja“ sage, heißt es dann „vielleicht“ oder sogar „nein“? Ein Christ, in der ihm verliehenen Kraft, ist keine Fahne im Wind, sondern wie ein Fels in der Brandung. Auf sein Wort kann man sich immer verlassen.

Epheser 5,3–4: Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal unter euch genannt werden, wie es Heiligen geziemt; auch Unanständigkeit und albernes Geschwätz und Witzelei, die sich nicht geziemen, statt dessen aber Danksagung.

Vielleicht hat sich der ein oder andere bereits gefragt, warum während christlicher Vorträge oder Konferenzen sündige Dinge oft nicht mit den alltagsüblichen Bezeichnungen benannt werden. Weil wir heilig sind, schützen wir uns vor jeder Form der Verunreinigung. Wir sollten uns möglichst nicht dort aufhalten, wo wir von unreinen Dingen hören und erst recht sollten wir selber nicht davon sprechen, denn all das beeinflusst unser Denken und Handeln. (Vielleicht haben deshalb viele Christen auch keinen Fernseher? Dort sieht man nicht nur Unreines, man hört auch in noch viel größerem Ausmaß davon).

Philipper 4,8: Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob [gibt], das erwägt!

Wir können unsere Gedanken und unseren Geist nicht nur durch Gehörtes verunreinigen, wir können beides auf die gleiche Weise auch mit Gutem nähren. Wir sollen in einer Situation oder an einer Person das Gute suchen und ggf. auch aussprechen. Es verändert unsere Wahrnehmung und unser Empfinden. Doch sollen wir das Gute auch erwägen – ist das, was ich gerade als gut erlebt habe, wirklich gut? Soll ich jetzt gerade ein Lob aussprechen, oder gereicht das meiner Schwester oder meinem Bruder vielleicht zur Überheblichkeit?

Jakobus 5,12: Vor allem aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde, noch mit irgendeinem anderen Eid; es sei aber euer Ja ja, und euer Nein nein, damit ihr nicht unter Gericht fallt.

In allem, auch mit der Sprache, sollen wir Gott ehren. Wenn wir Gottes Gedanken in unserem Sprechen folgen, brauchen wir keine Schwüre leisten – unser Wort wird als Wahrheit erkannt werden. Neben der Reinheit unseres Redens ist dies ein weiteres starkes Zeugnis im Leben eines Christen.

Marc Schultz