Warum antwortet Gott nicht auf mein Gebet?

Online seit dem 24.06.2016, Bibelstellen: Jeremia 5,24; Jeremia 33,2.3; Jesaja 59,1.2

Viele von uns kennen dieses Szenario: Wir beten und Gott antwortet nicht. Vielleicht rufen wir seit Wochen, Monaten und Jahren für etwas zum Herrn und bekommen es nicht. Vielleicht haben wir auch nie eine Erfahrung mit ihm gemacht (oder diese nicht als solche wahrgenommen), während es scheint, dass andere nicht mal etwas aussprechen und schon wird es ihnen zuteil. Einige Verse sollen uns deshalb aufzeigen, woran das liegen kann.

Jeremia 5,24: Und sie sprachen nicht in ihrem Herzen: Lasst uns doch den HERRN, unseren Gott, fürchten, der Regen gibt, sowohl Frühregen als Spätregen zu seiner Zeit; der uns die bestimmten Wochen der Ernte einhält.

In einer Zeit, in der Leistung (physikalisch: Arbeit/Zeit) alles ist, und deshalb alles immer mehr beschleunigt wird, haben wir Geduld verlernt. Wir wollen alles jetzt sofort. Doch sollten wir bedenken, dass der Herr für alles eine Zeit hat und weiß, wann was am besten ist.

Wie schnell nehmen wir uns etwas und nach einer Zeit stellen wir fest, dass es nicht gut für uns war oder uns zumindest nicht weitergebracht hat.

Oft will der Herr uns auch Ausharren und Bewährung im Warten erwirken. Und er will uns wachsen lassen. Auch wenn es uns schwer fällt, das anzunehmen: Antwortet er nicht sofort, ist es zu unserem Wohl.

Jeremia 33,2.3: So spricht der HERR, der es tut, der HERR, der es bildet, um es zu verwirklichen, HERR ist sein Name: Rufe zu mir, und ich will dir antworten und will dir große und unerreichbare Dinge kundtun, die du nicht weißt.

Unser Gott ist ein Gott, der sich als groß und allmächtig offenbaren möchte. Er will deshalb auch große Dinge für uns tun.

Damit er das tun kann, ist eine wesentliche Voraussetzung, dass wir selbst zu ihm beten. Wir sollen nicht auf die Idee kommen, starke Glaubensmänner und -frauen damit zu beauftragen für unsere Sache zu beten, weil wir von uns selbst glauben, dass Gott uns nicht hört. Natürlich dürfen wir auch Glaubensgeschwister bitten, für eine Sache mitzubeten, aber wir müssen selbst ganz und gar dahinterstehen.

Auch sollen wir rufen, also das Anliegen deutlich kund vor ihm werden lassen.

Jesaja 59,1.2: Siehe, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören; sondern eure Ungerechtigkeiten haben eine Scheidung gemacht zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, dass er nicht hört.

Unser Herr ist allmächtig, seine Hand vermag alles. Und er vermag auch, alles zu hören.

Wenn unser Wandel aber nicht dem Willen Gottes entspricht, wenn wir in Sünde leben und aus diesem Zustand nicht ausbrechen, sondern darin verharren, wird Gott nicht auf uns hören – wir müssen unser Leben und unseren Wandel ordnen, bevor unser Gebetsleben an Kraft gewinnt.

Psalm 66,18: Wenn ich es in meinem Herzen auf Frevel abgesehen hätte, so hätte der Herr nicht gehört.

Sündige Gedenken und das sprichwörtliche Spielen mit dem Feuer (durch Nachsinnen über Sünde) sind Grund genug für Gott, nicht auf uns zu hören. Wir müssen keine sündigen Taten vollenden und anderen schaden – sobald wir in unseren Gedanken und im Herzen Sünde tragen, wird der Herr wegen unseres Zustands nicht auf unser Rufen hören.

Unser Herz muss rein sein. Wir müssen lernen, unsere Gedanken zu kontrollieren und uns ganz klar und bewusst innerlich reinigen, wenn unreine, böse Gedanken in uns aufsteigen – schnell wird aus dem sündigen Gedanken sonst eine sündige Handlung. Schaffen wir es, unsere Gedanken unter Kontrolle zu bringen und uns rechtzeitig in der Kraft des Herrn zu wehren, kann Gott schon hören, bevor wir rufen.

Jakobus 4,3: Ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, damit ihr es in euren Begierden vergeudet.

Manchmal kann Gott uns nicht geben, was wir uns wünschen, weil wir damit nicht im Sinne des Herrn umgehen würden. Warum sollte er einem Alleinstehenden eine 1.000m²-Villa in bester Lage geben, wenn er darin alleine wohnen wird, keine Geschwister einlädt, keinem anderen eine Herberge gibt und vielleicht noch damit prahlt? Warum sollte er uns zu Millionären machen, wenn wir es uns dann für den Rest unserer Tage nur noch am Strand gut gehen lassen?

Gott will uns belohnen und beschenken, weil er seine Kinder lieb hat und sie glücklich sehen will. Wir dürfen schöne Dinge besitzen und manchen segnet Gott auch mir Reichtum. Doch müssen wir ein Interesse daran haben, seine Herrlichkeit auf der Erde kundzumachen und unseren Besitz dafür einsetzen. Wenn wir damit anfangen, obwohl wir vielleicht nicht viel haben, wird er uns vielleicht hinzufügen, was wir uns wünschen.

1. Thessalonischer 5,17.18: Betet unablässig; danksagt in allem, denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

Vielleicht beten wir für eine Sache zwei- oder dreimal und damit ist der Fall dann für uns schon erledigt. Aber wie lange und wie oft ist denn ausreichend? Die Bibel sagt uns ‚unablässig‘, also ohne abzulassen. Das heißt nicht, dass wir für eine wichtige Sache ununterbrochen permanent beten müssen und unser tägliches Leben vernachlässigen sollen. Es geht hier um den Zustand, bereit zu sein, immer wieder für etwas ins Gebet zu gehen und nicht einfach aufzugeben, weil der Herr nicht so schnell antwortet, wie wir das wünschen.

Auch sollen wir dem Herrn immer wieder Dank sagen. Und zwar nicht rituell, weil wir es müssen. Sondern weil wir dankbar sind, was er uns geschenkt hat. Gerade wir im westlichen Teil dieser Erde haben materiell so viel und uns fällt dennoch kaum etwas ein, wofür wir danken können. Aber wer undankbaren Herzens ist, entspricht nicht dem Wunsch unseres Herrn.

1. Petrus 3,7: Ihr Männer ebenso, wohnt bei ihnen nach Erkenntnis als bei einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, ihnen Ehre gebend als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden.

Verheiratete Männer haben eine große Verantwortung ihre Frauen zu beschützen, es ihnen angenehm zu machen und ihnen Ehre zu geben. Das geht über das Schenken von Blumen hinaus. ‚Ehren‘ bedeutet, sie mit Respekt zu behandeln und nicht schroff zu „überfahren“ – sowohl zu Hause als auch in der Öffentlichkeit. Ehrt der Mann seine Frau nicht, wird sein Gebet verhindert.

Doch wie gesegnet ist eine Frau, die wegen der Liebe zu ihrem Mann und zu ihrem Herrn sich unterordnet und die Interessen ihres Mannes unterstützt, obwohl sie von ihm nicht geehrt wird. Gott wird sie in der Herrlichkeit dafür reich entlohnen.

Matthäus 17,19.20: Da traten die Jünger für sich allein zu Jesus und sprachen: Warum haben wir ihn nicht austreiben können? Er aber spricht zu ihnen: Wegen eures Unglaubens; denn wahrlich, ich sage euch, wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Werde versetzt von hier nach dort!, und er wird versetzt werden; und nichts wird euch unmöglich sein.

Unser Herr ist ewig und allmächtig. Vertrauen wir ihm gläubig, gibt es kein unüberwindbares Hindernis. Dafür müssen wir ihm uneingeschränkt vertrauen und in einem ihm wohlgefälligen Zustand sein, dann vermögen wir durch den Glauben an ihn alles.

Sprüche 28,9: Wer sein Ohr abwendet vom Hören des Gesetzes: Sogar sein Gebet ist ein Gräuel.

Für Gott ist unser Gehorsam von entscheidender Bedeutung. Gott wird uns nicht segnen, wenn wir sein Wort ignorieren. Er wird die Gebete eines solchen nicht erhören, der den Willen Gottes nicht tun will, sondern seinem Fleisch dient und deshalb versucht, Gott als Erfüllungsgehilfen für seine Wünsche einzuspannen.

Das gilt sowohl für Gläubige als auch Ungläubige. Unser Herr ist groß und heilig. Er hat es nicht nötig, einem Sünder seine Wünsche zu erfüllen, damit dieser ihn in sein Leben lässt. Aber den der Gottes Willen sucht und tut, dem will er gerne hinzufügen.

Psalm 37,4: und ergötze dich an dem HERRN: So wird er dir geben die Bitten deines Herzens.

Dieser Vers soll die vorangegangene Themenbetrachtung abschließen. Denn wenn er unser Lebensinhalt ist und wenn es unser Anliegen ist, ihn in allem zu ehren, dann sind wir in einem Zustand, in dem Gott uns gerne hört und erhört – mögen wir uns mehr an ihm erfreuen und seinen Willen erforschen!

Marc Schultz