Die christliche Visitenkarte - Teil 4: Die häusliche Ordnung

Online seit dem 11.07.2016, Bibelstellen: 1. Mose 24,31; 1. Könige 10,5; 1. Korinther 14,33

Im Wort Gottes werden die wahren Christen als Licht und Stadt auf dem Berg bezeichnet (Matthäus 5,14). Dies meint, dass unser Christsein nach außen hin zum Guten sichtbar wird – und das umfasst viele Bereiche unseres Lebens, so auch die Orte, die wir gestalten. Als Richtschnur dürfen uns dazu einige Verse aus dem Alten und Neuen Testament dienen.

1.) Unser Haus soll dem Herrn „dienen“ – 1. Mose 24,31: „Und er sprach: Komm herein, Gesegneter des HERRN! Warum stehst du draußen? Denn ich habe das Haus aufgeräumt, und für die Kamele ist Platz.“

Unsere Häuser und Wohnungen sollen dem dienen, der sie uns gegeben hat. Wenn wir dies verinnerlichen, wollen wir auch aufräumen und Ordnung schaffen. Sie hilft uns dabei, Gottes Aufgaben (hier die Gastfreiheit gegenüber dem Boten Abrahams) schnell umzusetzen, denn wir müssen nicht zuerst Platz schaffen und wissen, was wo zu finden ist. Auch zeugen aufgeräumte Wohnungen von einem göttlichen Prinzip, dass wir noch betrachten (s. 1. Korinther 14,33).

Dieser Grundsatz lässt sich übrigens ohne weiteres auf andere Bereiche ausdehnen: Vielleicht hat der Herr mir eine Abteilung oder sogar eine ganze Firma anvertraut. Doch auch wenn nicht, selbst an meinem Arbeitsplatz im Großraumbüro kann ich vielleicht durch Ordnung ein Zeugnis sein.

2.) Ordnung fällt auf – 1. Könige 10,5: „Und die Speise seines Tisches und das Sitzen seiner Knechte und das Aufwarten seiner Diener und ihre Kleidung und seine Mundschenken und seinen Aufgang, auf dem er in das Haus des HERRN hinaufging, da geriet sie außer sich.“

In einer Welt voller Unordnung fallen geordnete Plätze schnell ins Auge. Bei obenstehendem Vers erkannte die Königin von Scheba die Weisheit Salomos in der Ordnung und der gelebten Hierarchie in seinem Haus und geriet außer sich – wird so etwas auch dort gefunden, wo wir wirken?

3.) Unordnung stiftet Unfrieden – 1. Korinther 14,33: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.“

Es ist doch auffällig, dass Unordnung als Gegensatz zu Frieden angeführt wird, denn das Gegenteil von Unordnung ist Ordnung und das von Frieden Streit (Unfrieden). Angewendet auf unseren Alltag können wir diese Aussage schnell nachvollziehen: Wem ist es noch nicht passiert, dass er über etwas gestolpert ist, was nicht dort hingehörte, wo man herlief. Wer hat noch nicht nach etwas gesucht, das durch andere Dinge verdeckt war und geriet dabei in Stress und vielleicht auch Ärger. Wer hat sich noch nicht über die Unordnung eines anderen geärgert, weil es die eigenen Bestrebungen behindert hat. Wir erkennen, dass Unordnung zu Unfrieden führt; wenn nicht unmittelbar bei uns selbst, dann bei anderen. Gott bezeichnet sich in seinem Wort als Gott des Friedens und damit der Ordnung – ist das nicht Grund genug, Ordnung zu halten in unseren Häusern, bei unserer Arbeit und überall dort, wo wir von Gott hingestellt wurden?

4.) Die Rechte des Herrn bringen uns Ordnung – Jeremia 8,7: „Selbst der Storch am Himmel kennt seine bestimmten Zeiten, und Turteltaube und Schwalbe und Kranich halten die Zeit ihres Kommens ein; aber mein Volk kennt das Recht des HERRN nicht.“

Wir verstehen Ordnung vielleicht als etwas, was sich auf materielle Gegebenheiten bezieht. Allerdings gibt es Ordnung auf vielen Ebenen. So sind zum Beispiel auch Pünktlichkeit und Verlässlichkeit ein Ausdruck von Ordnung. Doch im vorangestellten Vers finden wir auch den Ursprung der Ordnung: Es sind die „Rechte des Herrn“. Wenn wir seinen Willen und seine Gebote in unserem Herzen tragen, folgen wir einer göttlichen Ordnung, die sich dann auch in unserem Umfeld als solche manifestieren will.

Wer das für sich ablehnt, dem sei gesagt: Wir finden an so vielen Stellen in der Bibel Anordnungen Gottes, wie und wo etwas sein soll. Ein Gott, der so präzise Dinge einsetzt, tut dies, weil es zum Guten ist. Lasst uns davon lernen und Ordnung in unser Leben bringen, indem wir ganz praktisch damit beginnen, dort Ordnung zu schaffen, wo wir sind. Wir werden schnell einen Nutzen daraus ziehen. Der offensichtlichste ist, dass wir Zeit gewinnen!

Diesen Nutzen haben übrigens auch viele Menschen der Welt erkannt. Lasst uns ihnen in dieser Sache doch nicht nachstehen, wenn uns Gott selbst eine Leitschnur für Ordnung in unserem Leben gibt!

Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen! Doch Ordnung lehrt euch Zeit gewinnen. Johann Wolfgang von Goethe

Ordnung marschiert mit gewichtigen und gemessenen Schritten, Unordnung ist immer in Eile. Napoleon I. Bonaparte

Marc Schultz