Erstmalige Ausübung der Gabe des Sprachenredens

Online seit dem 14.07.2016, Bibelstellen: Apostelgeschichte 2,4-13

Der historische Bericht in Apostelgeschichte 2 über das erstmalige Ausüben der Gabe des Redens in Sprachen gibt uns einige Hinweise, anhand derer wir das, was heute von manchen Christen irrtümlich unter Sprachen- oder „Zungen-Reden“ verstanden wird, anhand des Wortes Gottes prüfen können.

  1. Das Sprachenreden begann im Haus „wo sie saßen“ – das zeigt die Ruhe und Ordnung, in der alles geschah. Von Umfallen, Hüpfen oder Arme-Hochreißen lesen wir nichts.

  2. Sie „redeten“ in anderen Sprachen – das war kein Plappern oder Lallen. Die Zuhörer verstanden die Worte.

  3. Sie redeten in anderen Sprachen, „wie der Geist ihnen gab auszusprechen“ – der Geist befähigte sie, in anderen Sprachen zu reden; es war kein Hörwunder.

  4. Die Zuhörer hörten sie in ihrer „eigenen Mundart“ reden – es handelte sich um existierende Sprachen (die die Sprechenden jedoch nicht gelernt hatten) und nicht um irgendwelches Kauderwelsch.

  5. Man hörte sie „die großen Taten Gottes“ reden – der Inhalt konnte akustisch verstanden werden. Es wurde offensichtlich nicht durcheinander, sondern nacheinander oder weit genug voneinander entfernt gesprochen.

  6. Es waren die „großen Taten Gottes“, die geredet (nicht verkündet) wurden – dem Bericht kann man nicht entnehmen, dass sich das Reden in erster Linie an die Zuhörer richtete; das Sprachenreden war offenbar mehr eine (zwar hörbare, aber) Gott zugewandte Sache (vgl. Apg 10,46; 1. Kor 14,2). Nirgendwo ist erkennbar, dass das Sprachenreden zur Evangelisation verwendet wurde. Der Zweck des Sprachenredens war nicht, dass alle Zuhörer das Evangelium in ihrer Sprache verstehen konnten. Denn dann hätten die Apostel aramäisch oder hebräisch sprechen können, was alle anwesenden Juden verstanden hätten. Auch hören wir nicht von Bekehrungen, wohl aber nach der ersten Predigt von Petrus, die offensichtlich nicht in einer fremden Sprache gehalten wurde.

  7. Das Sprachenreden bewirkte bei den Zuhörern, dass sie „bestürzt“ und „in Verlegenheit“ waren – von Begeisterung lesen wir nichts. Die Sprachen waren in erster Linie ein Zeichen (des Gerichts) für Ungläubige (vgl. 1. Kor 14,21.22) und nicht ein Segen für Gläubige.

Eine ausführliche Behandlung dieses Themas findet man in dem folgenden Artikel:

http://www.bibelstudium.de/articles/2740/Das-Reden-in-Sprachen.html

Marco Leßmann