Ein Gang durch das Buch Esther

Online seit dem 07.10.2016, Bibelstellen: Esther

Die Ereignisse des Buches Esther fallen in die Regierungszeit des Königs Ahasveros, der in der Geschichtsschreibung Xerxes I. genannt wird. Er regierte von 485–464 v. Chr.

Einige Jahre vor seiner Regierung, im Jahr 538 v. Chr., hatte der persische Monarch Kores den von den Babyloniern verschleppten Juden erlaubt, in ihr Land zurückzukehren und den Tempel wiederaufzubauen.

Inhalt

Man kann das Buch Esther unter verschiedenen Blickwinkeln lesen:

1. Historisch

Gottes Wirken ist verborgen, aber effektiv: Er verhindert eine geplante Judenvernichtung und lässt sie über ihre Feinde triumphieren. Als Erinnerung daran wird das Purim-Fest eingesetzt.

2. Bildlich

Die Personen und das, was sie erleben, haben eine vorbildliche (und prophetische) Bedeutung. Zwei Beispiele: Esther weist auf den jüdischen Überrest hin, der in kommenden Tagen durch eine große Drangsal gehen wird. Und Mordokai spricht von dem Herrn Jesus, der die treuen Juden befreien und zum Segen über die Erde im Friedensreich regieren wird.

3. Praktisch

Hilf- und lehrreich ist, dass du in deinem Alltag in vergleichbare Situationen kommst wie die Personen im Buch Esther: Es gibt auch bei dir Anfeindungen, kritische Situationen, deutliche Führungen Gottes und anderes mehr.

Und heute?

Es ist tatsächlich so: Diese 2500 Jahre alte Geschichte redet direkt in dein Christenleben hinein. Faszinierend viele praktische Lektionen lassen sich aus diesem Bibelbuch herausholen. Wir müssen uns hier natürlich auf einige beschränken. Lass dich motivieren, nach weiteren zu forschen!

1. Esther 1,1–9

Ahasveros gibt ein Fest

Ahasveros war der mächtigste Mann in der damaligen Welt. Er regierte über ein riesiges Reich. Deshalb musste seine Feier auch eine Feier der Superlative sein. Jeder sollte seinen herrlichen Reichtum und seine glänzende Pracht bewundern. An Prunksucht fehlt es nicht. Und auch nicht an Alkohol.

Was machst du als Christ, wenn du zu Festen eingeladen wirst, bei denen gebechert, geschwelgt und gegrölt wird? Richtig: Dich davon distanzieren. Auch wenn die anderen ihre Köpfe schütteln. Lies mal, was der Apostel Petrus in 1. Petrus 4, 3–5 dazu schreibt.

Das bedeutet nun nicht, dass Christen nicht feiern dürfen. Natürlich dürfen sie das. Ihr Meister selbst war auf einer Hochzeitsfeier (Joh 2). Nur sollten eben gewisse „Spielregeln“ beachtet werden. Wie schön können dann solche Feste sein!

Info: In dem Buch Esther werden mehrere Feste erwähnt. Drei nehmen einen großen Raum ein: Das Fest Ahasveros’ (Est 1), das Fest Esthers (Est 5; 7) und das Purim-Fest der Juden (Est 9). Das Fest in Kapitel 1 fand vor einem großen Feldzug gegen die Griechen statt, die damals zusehends an Macht und Einfluss gewannen. Ahasveros wollte vorher offenbar noch einmal richtig ausgelassen sein. Die lange Feier wird er wohl auch dafür genutzt haben, sich mit den führenden Köpfen über den bevorstehenden Angriff auszutauschen.

2. Esther 1,10–22

Vasti fällt in Ungnade

Der Wein erheitert die Stimmung. Da kommt dem König eine Idee: Meine gut aussehende Frau muss her. Dann kann ich den Männern noch mehr imponieren. Gedacht, getan. Boten gehen aus, um Vasti zu holen – und kommen ohne Königin zurück! Sie wollte einfach nicht. Ahasveros ist bis auf die Knochen blamiert. Er schäumt vor Wut – und entzieht Vasti die königliche Würde.

Für wen hast du mehr Verständnis? Für Ahasveros oder für Vasti? Tatsache ist, dass Ahasveros seine Frau als vorzeigbares Prestigeobjekt betrachtete. Und das war falsch. Genauso wie seine übertriebene und vom Zorn diktierte Reaktion. Vasti allerdings durfte den Wunsch ihres Mannes nicht einfach so ignorieren. Schließlich sind die Männer die Herren des Hauses und sollen von ihren Frauen geehrt werden. – Epheser 5,33 zeigt, wie es in christlichen Ehen aussehen soll.

Info: Ahasveros (Xerxes I.) war ein launischer, jähzorniger Mann. Das wirst du beim Lesen des Buches Esther noch öfters feststellen. In den Geschichtsbüchern findet sich dazu auch manche Episode: So ließ er mal, nachdem ein Sturm eine Schiffsbrücke wegrissen hatte, im unbändigen Zorn die Baumeister enthaupten und ordnete sogar an, das Meer mit dreihundert Peitschenhieben zu „bestrafen“.

3. Esther 2,1–10

Weitere Schritte zum großen Ziel

Jetzt treten die beiden Hauptakteure des Buches Esther auf die „Bühne“: Mordokai und Esther. Gott hat mit ihnen Großartiges vor. Esther soll Königin werden und Mordokai der zweitmächtigste Mann im Perserreich. Warum? Weil Gott sein Volk, die Juden, bewahren und segnen will.

Vieles gehört dazu, damit sich dieser Plan Gottes erfüllt. Zum Beispiel das gute Aussehen Esthers. Gott hat ihre Schönheit so gewollt und benutzt sie nun, um sein Ziel zu erreichen. Dazu gehört aber auch, dass Vasti sich dem Wunsch ihres Mannes entzieht und er sie daraufhin in die Wüste schickt. Das hat Gott natürlich nicht gewollt – aber er benutzt dieses Fehlverhalten, um seine Absichten zu erfüllen. Du siehst: Gott überherrscht die ganze Szene! Was er will, kommt zustande!

Info: Esther bekam von ihren Eltern bei der Geburt den hebräischen Namen Hadassa. Doch in Persien trug sie den persischen Namen Esther. Daniel und seinen drei Freunden ging es in Babylon ähnlich: Siehe dazu Daniel 1,6.7.

4. Esther 2,11–23

Esther macht das Rennen

Ein ungeheurer Aufwand wird betrieben, um eine neue Königin zu finden. Das ganze Reich wird nach jungen, hübschen Frau abgeklappert. Die aussichtsreichsten Kandidatinnen kommen für zwölf Monate in eine Schönheitsfarm, bevor sie vor den König geführt werden.

Was lernst du daraus? Dass du die Zeitinvestition für dein Outfit drastisch erhöhen sollst? Wohl kaum. Schließlich betont Gott in seinem Wort die innere Schönheit (vgl. 1. Pet 3,3–5). Aber du kannst einen anderen Gedanken aus dieser Begebenheit für dich ableiten: Wenn man sich damals so große Mühe gab, um diesem König zu gefallen – sollten Christen dann nicht bereit sein, Zeit, Energie und Vermögen dem König der Könige zur Verfügung zu stellen?

5. Esther 3,1–11

Bösewicht Haman gewinnt an Macht

Welcher Nationalität gehört Haman an? Er wird Agagiter genannt: Also stammt er aus dem Volk der Amalekiter, denn Agag war der Titel der amalekitschen Könige (1. Sam 15,20).

Das ist sehr aufschlussreich, denn Amalek war ein Erzfeind Israels. Amalek griff das ermüdete Volk Gottes nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste an und machte sich über die wehrlosen Nachzügler des Konvois her. Gott gebot seinem Volk deshalb, Amalek komplett zu vernichten (5. Mo 25,17–19). Die Israeliten taten das aber nicht, was zur Folge hatte, dass sie beinahe selbst von einem Amalekiter vernichtet worden wären!

Gott möchte, dass du sündige Dinge (worauf Amalek hinweist) kompromisslos aus deinem Leben entfernst. Es ist sehr gefährlich, mit der Sünde zu spielen. Nur mal so aus Neugierde einen Seitenblick auf bestimmte Internetseiten werfen ... das kann ungeahnte Folgen haben, die du am Anfang gar nicht übersieht!

6. Esther 3,12–4,3

Die Todesnachricht breitet sich aus

Haman untersiegelt seinen schriftlichen Befehl zur Judenvernichtung mit dem Siegelring des Königs – damit scheint der Untergang der Juden besiegelt zu sein. „Und das alles wegen Mordokai, diesem undiplomatischen Sturkopf!“ Stimmt das? Nein. Mordokai war kein Revolutionär, der leichtsinnig Kopf und Kragen riskiert und das Leben anderer aufs Spiel setzt. Mordokai war ein Mann mit guten Prinzipien. Er wollte sich nicht vor Haman beugen, weil dieser aus einem Volk stammte, dem Gott selbst den Krieg erklärt hatte (siehe 2. Mo 17,16). Mordokai hörte auf sein durch Gottes Wort geeichtes Gewissen. Die Folgen seines Handelns überließ er Gott. Er ließ sich nicht durch das leiten, „was alle so machen“.

Gegen den Strom schwimmen – das ist auch heute angesagt. Nicht um aufzufallen. Nicht um zu provozieren. Sondern um dem Herrn Christus treu zu sein.

7. Esther 4,4–17

Komme ich um, so komme ich um!

Können die Juden noch gerettet werden? Der letzte Strohhalm ist Esther: Sie muss mit dem König persönlich sprechen. Doch ungebeten vor ihm aufzutauchen, ist lebensgefährlich. Warum soll Esther das Risiko eingehen? Der König weiß ja nicht, dass Esther Jüdin ist. Sie ist also aus dem Schneider. Und doch: Esther will es wagen. Aus Liebe und Gehorsam zu Mordokai, ihrem Adoptivvater, und aus Liebe zu dem Volk Gottes.

Diese junge Frau hat das Herz am richtigen Fleck! Das Wohl der anderen rangiert vor ihrem eigenen Wohl. Gerade so soll es sein!

Info: Es hat im Lauf der Jahrhunderte viele Judenverfolgungen gegeben, manche mit dem erklärten Ziel, sie ganz auszurotten (z.B. im „Dritten Reich“). Doch das konnte und kann nicht gelingen. Eher stürzt das Weltall zusammen (Jer 31,35.36). Warum? Weil Gott diesem Volk Verheißungen im Blick auf das Friedensreich gegeben hat – und die wird er auch erfüllen. Deshalb war sich auch Mordokai der Errettung der Juden gewiss.

8. Esther 5,1–14

Esther empfängt Gnade

Nach drei Fasttagen bereitet Esther ein Mahl – für Ahasveros und Haman. Doch wird sie die Einladung vor dem König überhaupt aussprechen können?

Jetzt oder nie! Esther macht sich auf. Da steht sie schon im Eingang des Königshauses. Die Nerven zum Zerreißen gespannt. Sekunden entscheiden über Tod und Leben. Und? – Der König reicht ihr das Zepter entgegen! Sie darf am Leben bleiben. Und sich sogar etwas Großes wünschen.

Esther wartet damit ab. Sie will zunächst beim Essen sehen, wie das Verhältnis zwischen Ahasveros und Haman ist. Vielleicht kann sie auch mal den Namen Mordokai fallen lassen.
Doch sie stellt fest, dass sie heute schlechte Karten hat. Sie muss die große Bitte auf den nächsten Tag verschieben. Aber was soll sich bis dahin ändern?

Info: Haman weiß, dass der Jude Mordokai nicht mehr lang zu leben hat – wie alle Juden. Doch er kann diesen Tag nicht mehr erwarten. Er will Mordokai so schnell wie möglich töten. Warum tut er es nicht an Ort und Stelle? Weil nach persischem Recht solche, die im Tor des Königs waren, unter seinem besonderen Schutz standen. Haman benötigt daher die Erlaubnis von Ahasveros.

9. Esther 6,1–9

Eine schlaflose Nacht mit Folgen

Ob er sich beim Festessen den Magen verrenkt hat? Ahasveros bekommt jedenfalls kein Auge zu. Er lässt sich etwas vorlesen, weil das angestrengte Zuhören ermüdend wirkt. Doch es wird recht spannend: Es ist von einem Attentat auf den König die Rede, das durch Mordokai vereitelt werden konnte.

Da taucht Haman im Morgengrauen auf. Er kommt gerade richtig, um den vergessenen Retter Mordokai zu ehren!

Von Gott lesen wir hier nichts. Wie im ganzen Buch Esther. Doch dass er seine Hand im Spiel hat, ist nicht zu übersehen.

Auch wenn alles verloren erscheint, auch wenn der Galgen schon aufgerichtet ist – Gott wacht über seine Leute. Ja, denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Guten mitwirken (Rö 8,28)!

10. Esther 6,10–14

Haman auf der Verliererstraße

Haman ist wie vom Donner gerührt. Er hatte sich darauf gefreut, öffentlich wie ein König geehrt zu werden – und jetzt soll er der sein, der seinen Todfeind Mordokai durch die Straßen führt? Doch Haman gehorcht; eine Diskussion ist nicht drin.

Und Mordokai? Der wird nicht schlecht gestaunt haben, als Haman angestiefelt kam ... Nach dem Gang durch die Stadt kehrt Mordokai in das Tor des Königs zurück. Dahin, wo er vorher war. Die Ehrbezeugung ist ihm nicht in den Kopf gestiegen. Zur Nachahmung empfohlen!

Haman geht nach Hause. Er ist am Boden zerstört. Wird ihn seine Frau trösten, werden seine Ratgeber ihm helfen? Nein, sie sprechen nur das aus, was er bereits ahnt: dass seine Niederlage feststeht.

Info: Wenn die Juden das Purim-Fest feiern, wird das ganze Buch Esther vorgetragen. Kommt der Vorleser zu den heutigen Versen, wechselt er seine Tonlage und spricht mit erhobener, triumphierender Stimme weiter.

11. Esther 7,1–10

Wer anderen eine Grube gräbt ...

Der König bietet Esther zum dritten Mal an, ihre Bitte vorzubringen. Die Stunde der Wahrheit ist gekommen: Esther gibt sich als Jüdin zu erkennen, bittet für ihr Volk und bezeichnet Haman als Feind – der wenig später am Galgen baumelt.

Das Buch Esther kann auch bildlich gedeutet werden (vgl. Vorwort). Ein Aspekt sei hier erwähnt: Haman ist ein Bild vom Teufel und Mordokai vom Herrn Jesus. Siehst du die Parallelen? Mordokai beugt sich nicht vor Haman. Haman hasst Mordokai. Er lässt ein Holz für ihn aufrichten und meint, so über ihn zu triumphieren – und gerade dort wird Hamans Niederlage besiegelt. So hat der Teufel die Menschen angestachelt, den Herrn Jesus auf ein Holzkreuz zu erhöhen, um ihn zu beseitigen. Aber am Kreuz triumphierte der Herr über den Teufel (vgl. Kol 2,15) und legte die Grundlage dafür, dass Menschen aus der Gewalt des Feindes befreit werden können!

Info: Haman ließ für Mordokai ein Holz aufrichten – Holz ist die wörtliche Übersetzung des hebräischen Wortes im Grundtext. Das Kreuz des Herrn wird auch „Holz“ genannt. Siehe Apostelgeschichte 5,30; Galater 3,13 und 1. Petrus 2,24. Das unterstreicht den Gedanken, hier in Esther 7 einen Hinweis auf das Kreuz von Golgatha zu sehen.

12. Esther 8,1–14

Ein neuer Erlass geht durchs Riesenreich

Das Blatt hat sich gewendet. Haman ist tot und der Siegelring des Königs blinkt an Mordokais Finger.

Aber der Vernichtungsbefehl ist weiterhin gültig. Esther redet daher nochmals mit Ahasveros – der grünes Licht für einen neuen Erlass gibt.

Wieder gehen die Eilboten aus. Diesmal mit der Erlaubnis, dass sich die Juden an dem bestimmten Tag zusammentun dürfen, um sich an ihren Feinden zu rächen. Wie wichtig war es, diese Botschaft schleunigst auszubreiten, denn die Zeit war begrenzt! Ein nachlässiger Bote hätte sich an dem Tod vieler Juden schuldig machen können.

Als Christ hast du eine weit wichtigere und dringendere Botschaft auszubreiten: Du musst den Menschen sagen, wie sie dem Gericht Gottes entfliehen können! Eile ist dabei nötig, denn die Gnadenzeit ist bald zu Ende.

Info: Das Persische Reich hatte gut ausgebaute Straßen und ein ausgeklügeltes Postsystem. Im ganzen Reich waren „Poststationen“ mit Pferden verstreut. Ein Bote musste daher immer nur bis zur nächsten Station reiten. Dort übergab er die Botschaft – und der nächste Reiter stürmte los. Diese Reiter ließen sich durch nichts aufhalten. So wurde eine schnelle Ausbreitung der königlichen Befehle gewährleistet.

13. Esther 8,15–9,10

Der Spieß wird rumgedreht

Nach dem ersten königlichen Erlass war die Stadt Susan in Bestürzung (Est 3,15). Mordokai trug Sacktuch und streute Asche auf seinen Kopf (Est 4,1). Die Juden waren überall in großer Trauer (Es 4,3). Nach dem zweiten Erlass ist die Szene völlig verändert: Mordokai trägt königliche Kleidung, seinen Kopf schmückt eine Krone und die Stadt Susan jauchzt und ist fröhlich (Est 8,15). In allen Landschaften ist Freude bei den Juden (Est 8,17).

Jetzt haben die Feinde Furcht und erleiden eine Niederlage (Est 9,2.5).

Einen starken Gegensatz zeigt der Apostel Paulus auch in 2. Thessalonicher 1,6.7: Die Christen werden heute von den Ungläubigen bedrängt (merkst du auch etwas davon?). Doch einmal werden sie Ruhe haben und in der Herrlichkeit sein, während Gott selbst die Ungläubigen in die Drangsal bringen wird.

14. Esther 9,11–19

Freude pur

Ahasveros ist beunruhigt. Der Dreizehnte des Monats Adar forderte allein in der Burg Susan 510 Todesopfer. Trotzdem geht er auf die Bitte Esthers ein: Die Juden in Susan dürfen auch am nächsten Tag ihre Feinde schlagen. Für die Juden in den übrigen Ortschaften ist aber an diesem Tag bereits Freude, Friede, Fest angesagt.

Die Juden vereinbaren, dieses Feier jährlich zu wiederholen, um sich an die Rettung zu erinnern. Morgen wirst du lesen, dass die Feiertage auch von Mordokai und Esther festgesetzt wurden.

Die Rettung, die Christen erfahren haben, ist noch viel gewaltiger. Um den Retter Jesus Christus dafür zu danken, benötigst du keine bestimmte Zeiten oder Feiertage!

Info: Auch wenn wir nicht ausdrücklich lesen, dass Gott das Purim-Fest angeordnet hat, so war es doch bestimmt nach seinen Gedanken, wenn die Juden dieses Freudenfest feierten. Aber das Ganze entwickelte sich zu einer Art Karneval. Im Talmud (einem bekannten Werk im Judentum) wird sogar empfohlen, sich bei diesem Fest so zu betrinken, dass man nicht mehr zwischen Haman und Mordokai unterscheiden kann!

15. Esther 9,20–10,3

Das Schönste zum Schluss

Auch wenn das Buch Esther jetzt nicht mehr so spannend ist – „dafür“ wird zum Schluss etwas sehr Schönes gezeigt: Die Größe Mordokais. Fünf Dinge werden von ihm in Esther 10,3 gesagt: Er ist der Zweite nach dem König (der ihm die Herrschaft gab), groß bei den Juden, wohlgefällig seinen Brüdern; er sucht das Wohl seines Volkes und redet zum Frieden seines Geschlechts.

Mordokai ist hier ein Bild des Herrn Jesus als Herrscher im Tausendjährigen Friedensreich: Er wird die Regierung von Gott bekommen (Dan 7,13.14), von den Juden als König anerkannt werden und ihnen Segen und Frieden bringen.

Als Christ darfst du dich freuen, dass der Herr Jesus, der heute verworfen ist, einmal König über Israel und über die ganze Welt sein wird. Und auch darüber darfst du dich freuen: dass er jetzt schon mit Herrlichkeit und Ehre im Himmel gekrönt ist (Heb 2,9).

Info: Das Purim-Fest ist ein Fest der Freude. Dem geht aber eine Zeit des Fastens und der Wehklage voraus. Das wird in Esther 9,31 angedeutet. Das Purim-Fest wird übrigens bis heute von den Juden gefeiert.

Gerrid Setzer