Verschiedene Stunden

Online seit dem 14.10.2017, Bibelstellen: Lukas 22,44-46

„Und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und die Sonne verfinsterte sich, der Vorhang des Tempels aber riss mitten entzwei. Und Jesus … verschied“ (Lk 22,44–46).

Als der Herr in dem Garten gefangen genommen wurde, erkannte er diesen Moment als die Stunde der Gewalt der Finsternis. Darin war der Mensch die Hauptfigur – der Mensch nahm ihn und kreuzigte ihn, und der Mensch erwies dieses Wort als wahr: „Dies ist eure Stunde und die Gewalt der Finsternis“ (Lk 22,53). Der Mensch gestaltete die Umstände, so wie es ihm gefiel; und so ging es weiter bis zu den drei Stunden der Finsternis von der sechsten bis zur neunten Stunde, in denen Gott Gott der Handelnde war, ihn zerschlug und seine Seele zu einem Schuldopfer machte (Jes 53,10).

Es ist sehr wichtig, dass wir die Besonderheiten dieser Stunden erkennen. Das ganze Leben hindurch hatte das Angesicht seines Vaters sich auf ihn, seinen Sohn, gerichtet. Aber nun war er gemäß den Prophezeiungen Gottes Lamm.

Und sofort wurde er der Sieger. Gott wartete nicht bis zur Auferstehung, den Tod Jesu anzuerkennen! Er brachte seine Anerkennung durch das Zerreißen des Vorhangs zum Ausdruck. Dies war Gottes privates Siegel, und es wurde verwendet vor dem dritten Tag, als dann das öffentliche Siegel der Auferweckung benutzt wurde.

Jesus tat den Willen Gottes in zweierlei Hinsicht. Während seines Lebens war es seine Aufgabe, Finsternis in Licht zu verwandeln – das war der Wille des Vaters für ihn, während er ein lebender Diener war. Als sterbendes Opfer tat er den Willen Gottes im Gericht, und dem Gericht war Genüge getan, als er seinen Geist aufgab. Danach, nachdem er sowohl durch die Stunde des Menschen als auch durch die Stunde Gottes gegangen war, sehen wir ihn in Auferstehung in seiner eigenen Stunde. Seine eigene Stunde ist die Ewigkeit! Wie glücklich werden wir in seiner Gemeinschaft sein, wenn wir eine herrliche und innige Ewigkeit mit Jesus verbringen.

J.G. Bellet