Die Einsicht eines Schwerverbrechers

Online seit dem 20.12.2006, Bibelstellen: Lukas 23,39-43

„Einer aber der gehenkten Übeltäter lästerte ihn und sagte: Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns! Der andere aber antwortete und wies ihn zurecht und sprach: Auch du fürchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist? Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan. Und er sprach zu Jesus: Gedenke meiner, Herr, wenn du in deinem Reich kommst! Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23,39–43).

Alle beiden Verbrecher am Kreuz lästerten zunächst den Herrn (Matthäus 27,44). Doch bei einem Räuber vollzog sich ein erstaunlicher Wandel. Seine Worte zeugen davon, dass Gott in seinem Herzen mächtig wirkte. Wenn wir uns die sieben Wahrheiten ansehen, die er aussprach, erkennen wir, dass die Erkenntnis dieses todgeweihten Schwerverbrechers die Erkenntnis tausender Theologen und Philosophen weit übertrifft!

Gottesfurcht ist wichtig

Er tadelt den anderen Räuber, dass ihm die Gottesfurcht fehle. Er hat verstanden, dass der Mensch ein vor Gott verantwortliches Geschöpf ist. Angesichts des herannahenden Todes wurde es für den anderen höchste Zeit, Gott die Ehre zu geben.

Gericht ist verdient

Der Räuber anerkennt, dass er das Gericht (die Todesstrafe) verdient hat. Er betrachtet sich als ein schuldiger und verderbter Sünder. „Wir empfangen“, sagte er, „was unsere Taten wert sind …“

Christus ist sündlos

„… dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan“. Der Räuber bezeugt seine Schuld, aber auch die Unschuld dessen, der auch zum Tode verurteilt worden war: Jesus Christus. Nur weil Christus der Vollkommene ist, konnte er das Strafgericht für uns tragen.

Christus ist der Herr  

„Gedenke meiner, Herr“. Die Menschen um das Kreuz verspotten den Christus Gottes. Nicht so der Räuber. Er trägt ihm eine Bitte vor und nennt ihn respektvoll „Herr“. Wir können sagen: Er akzeptiert seine Autorität, eine Autorität, die nach außen hin nicht sichtbar ist.

Christus ist der Retter  

Christus soll seiner gedenken, wenn er in seinem Reich kommt. Doch wenn der, der nichts Ungeziemendes getan, sein Reich aufrichtet und eines Schwerverbrechers gedenkt – muss das nicht Gericht für ihn bedeuten? Aber der Räuber rechnet mit Barmherzigkeit und Rettung.

Christus hat ein Reich  

Der Herr Jesus war von seinen Jüngern verlassen worden, man hatte ihm alles geraubt, doch der Räuber weiß im Glauben, dass der Mann in der Mitte von Gott ein Reich empfangen würde. Was für ein Glaube!

Christus kommt wieder  

Der Räuber wusste nicht nur, dass der Herr einmal ein Reich haben würde, er wusste auch, dass Jesus Christus persönlich auf diese Erde zurückkehren wird. Jesus wurde von den Menschen hinausgeworfen, aber Gott würden seinen Sohn wieder in den Erdkreis einführen.

Gerrid Setzer